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05.02.2026
10:53 Uhr
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Günstig und wärmend: Eine Backkartoffel kann bei fies kaltem Wetter den Tag retten. Doch wie wird sie außen knusprig und innen weich? Alufolie hat hier nichts verloren!

Eines der einfachsten und zugleich wohligsten Gerichte, die ich mir vorstellen kann, ist eine im Ofen gebackene Kartoffel mit viel Butter und Salz: Dieses grandiose Zusammenspiel aus knusprig-brauner, nussig schmeckender Haut und weißem, fluffigem Inneren, aus dem eine gar nicht mal so kleine Dampfwolke aufsteigt. Um das hinzubekommen, braucht man die richtige Kartoffel , trockene Hitze und Zeit. Große, mehligkochende Kartoffeln sind gut geeignet, zum Beispiel von der Sorte Agria, Ackersegen und Lilly. Festkochende Kartoffeln hingegen werden nicht fluffig, sondern fest. Und lassen Sie sich auf keinen Fall dazu hinreißen, die Kartoffel in Alufolie einzuschlagen: Das macht sie nass und bitter, also das Gegenteil von dem, was Sie wollen. Auch eine zu niedrige Temperatur lässt die Haut lappig und das Innere gummiartig werden. Nehmen Sie sich also die 15 Minuten, die es dauert, den Backofen auf mindestens 200 Grad Celsius vorzuheizen. Wer sich mit dem Gedanken schwertut, für eine schlichte Kartoffel mindestens eine Stunde lang den Ofen laufen zu lassen, könnte stattdessen den Airfryer verwenden. Auch eine Idee: Den Ofenkartoffel- mit dem Brotbacktag zusammenlegen. Oder ein Blech klein geschnittenes, mit etwas Öl benetztes Gemüse für 20 Minuten mit in den Ofen schieben. Dann haben Sie auch schon eine Beilage zubereitet. Die Kartoffel ist fertig, wenn Sie mit einem Metallstab (etwa einem Schaschlikspieß) ohne Widerstand ins Zentrum vorstoßen können. Von dem britischen Autor und Koch Nigel Slater habe ich mir abgeschaut, die fertig gegarte Kartoffel mit einem Handkantenschlag zu öffnen statt mit einem Messer. Dadurch entweicht der ganze Dampf in der Kartoffel in einer einzigen Wolke, zurück bleibt ein wunderbar lockeres Inneres. Mehr Spaß macht es sowieso. Dafür wickelt man die heiße Knolle in ein sauberes Geschirrtuch und verpasst ihr einen nicht zu kräftigen Schlag, sodass sie an einem Ende aufplatzt. In die so entstandene Öffnung muss – aus meiner Sicht – mindestens ein Esslöffel Butter und eine großzügige Prise Salz. Das kann an manchen Tagen völlig ausreichen. Käse gilt vielen Menschen auch als gesetzt, geeignet ist so ziemlich jeder würzige Käse mit niedrigem Schmelzpunkt, von reifem Cheddar über Bergkäse bis hin zu Fontina oder Taleggio. Wenn Sie diese Route wählen, ist ein Salat mit einem zitronigen Dressing als Gegengewicht sehr empfehlenswert. Mindestens genauso lecker ist aber, etwas Cremiges, Kaltes in die Kartoffel zu füllen – der Kontrast zu dem fast noch zu heißen Kartoffelfleisch ist sehr reizvoll. Berühmt sind Thunfischsalat am unteren oder saure Sahne mit Kaviar am oberen Ende der Preisspanne. Ich ziehe eine Variante mit Räucherfisch und Schmand vor. Quark mit einem Fädchen Leinöl oder Kräutern geht natürlich sowieso immer. Wenn ich nicht nur mich selbst versorgen muss, stelle ich gern ein kleines Toppingbuffet zusammen. Hier finden Sie meine drei Favoriten. Ofenkartoffel mit Toppings Backofen auf 220 Grad Celsius (Ober- und Unterhitze, Umluft: 200 Grad) vorheizen. Kartoffeln unter fließendem Wasser gründlich säubern. Abtrocknen und mehrfach mit einer Gabel einstechen. Jede Kartoffel erst mit Öl, dann mit Meersalz einreiben (machen Sie das einfach mit den Händen) und auf einen Rost in das obere Drittel Ihres Ofens oder in den Airfryer legen. 20 Minuten lang bei 220 Grad backen, anschließend die Temperatur auf 190 Grad reduzieren und weitere 45 bis 60 Minuten backen – wie lange es genau dauert, hängt von der Größe ab. Die Kartoffeln sind fertig, wenn Sie ein dünnes Messer oder einen Metallspieß ohne Widerstand ins Zentrum der Knolle stechen können. Kartoffel in ein sauberes Küchentuch einwickeln und mit einem (sanften) Handkantenschlag öffnen. Sofort Butter und Salz in die Öffnung geben und mit einer Füllung nach Wahl servieren. Während die Kartoffeln backen, können Sie sich um die Toppings kümmern: Räucherfisch mit zwei Gabeln grob zerrupfen. Mit Schmand, Kapern und Dill mischen und mit Meerrettich und Zitronensaft abschmecken. Bis zum Servieren kalt stellen. Brokkoli in Röschen zerteilen und mit abgetropften Kichererbsen, Öl, Salz und Räucherpaprika mischen. In einer einzigen Schicht auf einem Backblech verteilen und für etwa 20 Minuten zu den Kartoffeln in den Ofen schieben. Karotten reiben. Mit Hüttenkäse mischen und mit Salz, Harissa und Apfelessig mischen. Vor dem Servieren mit Kürbiskernen bestreuen.