Zeit 04.02.2026
10:04 Uhr

Östliche Mittelmeerroute: 15 Migranten sterben nach Bootskollision mit Küstenwache vor Chios


In der Ägäis ist ein Boot mit Migranten mit einem Patrouillenboot der griechischen Küstenwache zusammengestoßen. Die Behörden untersuchen den Vorfall.

Östliche Mittelmeerroute: 15 Migranten sterben nach Bootskollision mit Küstenwache vor Chios
Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Schnellboot mit Migranten und der Küstenwache sind nach Behördenangaben in Griechenland mindestens 15 Menschen gestorben. Nach Angaben des griechischen Gesundheitsministeriums wurden 14 Leichen aus dem Meer geborgen – elf Männer und drei Frauen. Eine weitere Frau erlag später in einem Krankenhaus auf der Mittelmeerinsel Chios ihren Verletzungen. Alle Opfer seien Migrantinnen und Migranten, sagte der stellvertretende Regionalgouverneur Pantelis Vroulis im griechischen Fernsehen. Wie der griechische Rundfunk ERT News berichtete, sind 25 Verletzte in das Krankenhaus der Insel gebracht worden. Unter den Verletzten seien elf Kinder und zwei Beamte der Küstenwache. Laut der Küstenwache befanden sich mehrere Menschen auf dem Boot, das aus der Türkei in Richtung Chios unterwegs war. Die Küstenwache hatte den Steuermann des Schnellboots mit Licht- und Lautsprechersignalen aufgefordert, sofort zu stoppen. Dem war dieser nach Darstellung der Küstenwache jedoch nicht nachgekommen. In der Folge sei das Schnellboot mit der rechten Seite des Patrouillenbootes der Küstenwache kollidiert. Der Aufprall brachte dann das Schnellboot zum Kentern, wodurch alle Insassen ins Meer stürzten. Schleuser bringen Menschen in die Ostägäis In dem Gebiet leitete die Küstenwache gemeinsam mit der griechischen Luftwaffe eine Such- und Rettungsaktion ein, an der sich Patrouillenboote, ein Hubschrauber und Taucher beteiligen sich. Da die Behörden von Vermissten ausgehen, kommt laut Medienberichten auch ein Hubschrauber mit Wärmebildtechnik zum Einsatz. Schleuser bringen immer wieder Migrantinnen und Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis , zu denen Chios zählt. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks sind seit Jahresbeginn knapp 1.000 Menschen aus der Türkei zu diesen Inseln übergesetzt. Für Menschen, die vor Konflikten und Armut im Nahen Osten, in Afrika und Asien fliehen , gilt das EU-Mitglied Griechenland als wichtiges Ersteinreiseland auf dem Weg in die Europäische Union. Viele steigen in Schlauchboote oder kleine Boote, um von der türkischen Küste aus nahe gelegene griechische Inseln zu erreichen. Die Route gilt als kurz, aber gefährlich. Häufig kommt es dabei zu tödlichen Unglücken.