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18.01.2026
07:14 Uhr
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Bei mehreren Lawinenabgängen in Österreich sind am Wochenende mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Behörden warnen vor weiterhin großer Gefahr im freien Gelände.

Bei mehreren Lawinenabgängen in Österreich sind am Wochenende bisher mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Die Skitourengeher gerieten außerhalb gesicherter Pisten in die Schneemassen, teilten Behörden mit. Unter den Toten waren drei Staatsangehörige aus Tschechien , die Identität der übrigen Opfer war zunächst unklar. Im Bundesland Salzburg ging am Samstagnachmittag am 2.150 Meter hohen Finsterkopf im Großarltal eine Lawine ab. Sieben Skitourengeher wurden dabei verschüttet. Vier Mitglieder der Gruppe konnten von der Bergrettung nur noch tot geborgen werden, die übrigen wurden teils schwer verletzt. Zuvor war im Raum Bad Hofgastein eine Frau, die mit ihrem Ehemann unterwegs gewesen war, von einer Lawine erfasst worden. Sie starb vor den Augen ihres Mannes unter den Schneemassen. Am späten Nachmittag ereignete sich in der Gemeinde Pusterwald in der Steiermark ein weiteres Lawinenunglück . Sieben tschechische Skitourengeher waren dort unterwegs, als sich eine Lawine löste. Drei von ihnen wurden verschüttet und kamen ums Leben. Die vier Begleiter, die nicht erfasst worden waren, wurden von Einsatzkräften aus dem alpinen Gelände gebracht und notfallmedizinisch versorgt. Warnungen vor anhaltender Gefahr Behörden und Rettungskräfte warnten vor einer weiterhin großen Lawinengefahr. "Die Lawinenlage ist heikel", sagte eine Sprecherin der Bergrettung. Alt- und Neuschnee seien schlecht miteinander verbunden, weshalb sich immer wieder Schneebretter lösten. Der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Gerhard Kremser, erklärte, die Unglücke zeigten "schmerzhaft, wie ernst die aktuelle Lawinenlage ist". Bei den Einsätzen waren insgesamt mehr als 200 Helfer und Bergretter beteiligt. Sie bargen die Toten und flogen Verletzte in Krankenhäuser. Nach mehreren Wochen ohne nennenswerte Schneefälle waren in den österreichischen Alpen zuletzt regional 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee gefallen. Zuvor waren bereits ein junger Tscheche und ein Mann unbekannter Identität bei zwei Lawinenunglücken im freien Skiraum ums Leben gekommen. Der Lawinenwarndienst wies darauf hin, dass trotz vergleichsweise moderater Schneehöhen eine einzelne Belastung ausreichen könne, um ein Schneebrett auszulösen. Lawinengefährdete Bereiche befänden sich in allen Hangrichtungen oberhalb von etwa 2.000 Metern, seien zahlreich und durch Neuschnee selbst für geübte Wintersportler kaum zu erkennen.