Zeit 30.01.2026
10:30 Uhr

Öffentlicher Nahverkehr: Ver.di ruft bundesweit zu Streik im Nahverkehr am Montag auf


Busse und Bahnen fahren wegen Streiks nicht: Am Montag kann es zu Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr kommen. Ver.di will so für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen.

Öffentlicher Nahverkehr: Ver.di ruft bundesweit zu Streik im Nahverkehr am Montag auf
Die Gewerkschaft Ver.di hat für Montag bundesweit zu Streiks im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. Es sei davon auszugehen, dass in den betroffenen Verkehrsbetrieben der öffentliche Nahverkehr "zum Erliegen kommt", teilte Ver.di mit. Damit will die Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben Druck auf die Arbeitgeber machen. In den seit November laufenden Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) geführt werden, fordert Ver.di deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten , Verlängerung der Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Ver.di zufolge verweigerten die Arbeitgeber in den bisherigen Verhandlungen bislang fast jede Verbesserung. Niedersachsen vorerst nicht betroffen Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben 150 städtische Verkehrsunternehmen und Busbetriebe der Landkreise sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. "Die Beschäftigten im ÖPNV stehen unter hoher Belastung durch extrem ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und ständigen Zeitdruck ", erklärte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Christine Behle. "Wir brauchen hier dringend Verbesserungen, um die hohe Fluktuation zu stoppen und wieder verlässlich Fachkräfte für den öffentlichen Nahverkehr zu finden." Niedersachsen ist nach Angaben von Ver.di zunächst nicht betroffen. Für die etwa 5.000 Beschäftigten in Niedersachsen gelte noch die Friedenspflicht. Bei der Hamburger Hochbahn entscheide sich nach den aktuellen Verhandlungsgesprächen, ob die Gewerkschaft dort ebenfalls für den 2. Februar zum Warnstreik aufrufe. Berlin fordert Entlastungen In Berlin fordert Ver.di unter anderem eine Begrenzung der Schichtlänge auf maximal zwölf Stunden und mehr Entlastung und Entlohnung bei Schicht- und Nachtarbeit. Der BVG-Vorstand lenkt bisher nicht ein, sondern fordert, dass die Lohnerhöhungen in den Tarifverträgen selbst finanziert werden müssen – etwa durch eine Verschlechterung des Krankengeldzuschusses und Veränderungen bei den Arbeitszeitkonten. "Der BVG-Vorstand verweigert jede ernsthafte Auseinandersetzung mit der Realität der Beschäftigten", sagte Ver.di-Verhandlungsführer Serat Canyurt. Die BVG in Berlin kritisiert die Ankündigung der Gewerkschaft als unverhältnismäßig. "Die Verhandlungen haben noch nicht einmal richtig begonnen", hieß es in einer Pressemitteilung . "Voraussetzung für zielführende Verhandlungen und ein ernsthaftes Angebot sind realistische und fokussierte Forderungen."