Zeit 20.02.2026
15:26 Uhr

Öffentlich-rechtliches Fernsehen: ZDF zieht nach KI-Skandal Korrespondentin aus New York ab


In einem Bericht für das "heute-journal" wurden unter anderem KI-generierte Videos benutzt. Als Konsequenz hat das ZDF Korrespondentin Nicola Albrecht abberufen.

Öffentlich-rechtliches Fernsehen: ZDF zieht nach KI-Skandal Korrespondentin aus New York ab
Nach der Ausstrahlung von KI-generierten Bildmaterial in der Nachrichtensendung heute-journal hat das ZDF personelle Konsequenzen gezogen. Die New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht wurde mit sofortiger Wirkung abberufen, wie der Sender in Mainz mitteilte. Nach Überprüfung der Vorfälle sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards so schwer wiegen, dass man sich zu diesem Schritt entschieden habe. Der Beitrag über das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE, der am vergangenen Wochenende gesendet wurde, war inhaltlich nicht falsch. Allerdings wurde er zum Teil mit KI-generiertem Videomaterial bebildert. Zudem wurde älteres Archivmaterial benutzt, das in keinem Zusammenhang mit den ICE-Einsätzen stand. ZDF-Chefredakteurin geht es um Glaubwürdigkeit der Berichterstattung Das KI-Material hätte nicht ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung verwendet werden dürfen, teilte das ZDF mit. "Eine nach journalistischen Standards erforderliche Überprüfung der anderen Videoszene und ihres Ursprungs ist nicht erfolgt", hieß es. Der Schlussredaktion des heute-journals hätte dies bei der Abnahme des Beitrags auffallen müssen. Laut einer Mitteilung der ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten geht es im Kern um die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung des ZDF. "Wir erarbeiten zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden", heißt es in der Mitteilung.