|
27.02.2026
04:17 Uhr
|
In zahlreichen Städten stehen die Busse und Bahnen still. Ausgenommen sind Niedersachsen und Baden-Württemberg. Auch am Samstag soll es Streiks geben.

Seit den frühen Morgenstunden kommt es wegen Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr vielerorts zu erheblichen Einschränkungen. In zahlreichen Städten dürften heute wegen der Arbeitsniederlegung kaum Busse, Tram- und U-Bahnen fahren. Betroffen sind laut der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di Busse, Bahnen und Trams in fast allen Bundesländern. Züge der Deutschen Bahn und S-Bahnen im Fern- und Regionalverkehr fahren regulär. Beim größten deutschen Nahverkehrsunternehmen, den Berliner Verkehrsbetrieben, werde seit 3.00 Uhr gestreikt, sagte ein Ver.di-Vertreter. Grundsätzlich gilt der Streikaufruf vom Betriebsstart am Freitag bis zum Betriebsschluss am Samstag, also für zwei volle Tage. Auch am Sonntag könnten noch einige Nahverkehrsunternehmen von Ausständen betroffen sein. Ausgenommen ist Niedersachsen, wo noch bis Ende März eine Friedenspflicht gilt. Auch in Baden-Württemberg verzichtet Ver.di vorerst auf Streiks. Die Gewerkschaft will mit dem Arbeitskampf in der aktuellen Tarifrunde Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Bereits Anfang des Monats hatten Beschäftigte vieler Nahverkehrsunternehmen die Arbeit niedergelegt. Die Warnstreiks beginnen regional zu unterschiedlichen Zeiten, entscheidend ist in der Regel der Betriebsbeginn der Verkehrsunternehmen. In Bremen sind Warnstreiks bis in die Nacht auf Montag angekündigt, in Mecklenburg-Vorpommern dagegen nur am Freitag. In einem Landkreis in Sachsen-Anhalt soll von Donnerstag bis einschließlich Sonntag gestreikt werden, also vier Tage lang. Ver.di fordert bessere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte In den Tarifverhandlungen , die in allen 16 Bundesländern meist mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Ver.di insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. "Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab", sagte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Christine Behle vor Streikbeginn. Das sei "mehr als enttäuschend". Die Belastungen im Fahrdienst seien viel zu hoch, es brauche dringend Entlastung. Wann es zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft zu Tarifeinigungen kommen könnte, ist derzeit völlig offen. Die Verhandlungen verlaufen regional sehr unterschiedlich – kurz vor einem Abschluss schienen sie zuletzt aber nirgends zu sein.