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25.11.2025
11:00 Uhr
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Sechs Männer und eine Frau sollen gewaltsame Angriffe auf Mitglieder der rechten Szene verübt haben. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen ist nun der Prozess gestartet.

Vor dem Oberlandesgericht Dresden hat ein Prozess gegen sieben mutmaßliche Linksextremisten begonnen. Die Anklage wirft den sechs Männern und einer Frau Mitgliedschaft oder Unterstützung einer kriminellen Vereinigung vor. Die Gruppe soll mehrere Jahre lang gewaltsame Angriffe gegen Personen aus der rechten Szene verübt haben. Sie sind wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchten Mordes und Sachbeschädigung angeklagt. Der Fokus richtet sich vor allem auf den Angeklagten Johann G., der "eine herausgehobene Stellung" innerhalb der Vereinigung gehabt haben soll. G. war lange Zeit untergetaucht. Fahndern des Landeskriminalamts Sachsen gelang es jedoch vor einem Jahr, den Mann zu fassen . Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten eine wechselnde Beteiligung an acht Angriffen in Deutschland sowie mehreren Angriffen in Ungarn zwischen 2018 und 2023 vor. Unter anderem soll die auch als Hammerbande oder Antifa-Ost benannte Gruppierung im thüringischen Eisenach den Inhaber eines Lokals überfallen haben, das Treffpunkt der rechten Szene war. Zudem sollen G. und ein Mitangeklagter im Jahr 2023 tatsächliche oder vermeintliche Neonazis in Budapest attackiert und verletzt haben. Nach Ansicht der Generalbundesanwaltschaft sollen auch die jetzt Beschuldigten spätestens ab Ende 2017 oder Anfang 2018 einer in oder bei Leipzig gegründeten Vereinigung angehört und eine militante linksextremistische Ideologie geteilt haben. Als ein Teil dessen hätten sie den Rechtsstaat ebenso abgelehnt wie das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und das staatliche Gewaltmonopol. Prozess unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen Das Verfahren ist faktisch die Fortsetzung eines früheren Prozesses gegen die Studentin Lina E. und drei Mitangeklagte. Sie waren 2023 an gleicher Stelle zu Haftstrafen verurteilt worden. Lina E. wurde wegen Angriffen auf Rechtsextreme zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Kronzeuge hatte sie belastet. Es wird ein langwieriger Prozess erwartet, der bis 2027 dauern könnte. Zunächst sind Termine bis Sommer 2026 anberaumt. Wie schon im Fall von Lina E. wird damit gerechnet, dass viele Anhänger der linken Szene ihre Solidarität mit den Beschuldigten bekunden wollen. Der Prozess läuft unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Besucher und Medienvertreter müssen sich ausgiebigen Einlasskontrollen unterziehen. Im Sitzungssaal stehen insgesamt 152 Plätze zur Verfügung – 50 davon sind für Journalisten reserviert.