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24.12.2025
09:05 Uhr
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Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe sieht in vielen Kommunen zu wenig Unterstützung für Obdachlose. Aufgrund der Kälte bestehe akute Lebensgefahr.

Angesichts der bevorstehenden Kältewelle warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vor einer unzureichenden Versorgung von Obdachlosen. "Kälte stellt für obdachlose Menschen eine akute Lebensgefahr dar", sagte Geschäftsführerin Sabine Bösing dem RedaktionsNetzwerk Deutschland . Ohne Zugang zu warmen, sicheren Schutzräumen seien wohnungslose Menschen den extremen Temperaturen schutzlos ausgeliefert. Der Deutsche Wetterdienst warnt in den kommenden Tagen vor deutlich niedrigeren Temperaturen . Gerade über die Weihnachtsfeiertage soll sich demnach fast überall in Deutschland trockene Frostluft durchsetzen. Hilfsangebote für Obdachlose unzureichend Viele obdachlose Menschen litten unter Vorerkrankungen, Mangelernährung oder Erschöpfung, was das Risiko einer Unterkühlung weiter erhöhe, sagte Bösing. Zugleich seien die Hilfeangebote in vielen Kommunen unzureichend oder nicht niedrigschwellig genug. Die zentralen Gründe für Wohnungslosigkeit sind Bösing zufolge Armut und der Mangel an bezahlbarem, bedarfsgerechtem Wohnraum . "Angesichts drohender Kürzungen im sozialen Sicherungssystem warnen wir ausdrücklich vor einem weiteren Anstieg der Wohnungslosigkeit ", sagte sie. Zahl der Wohnungs- und Obdachlosen zuletzt gestiegen Hochrechnungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAGW) zufolge gab es in Deutschland im Jahr 2024 mindestens 1.029.000 Wohnungslose, darunter 50.000 obdachlose Menschen. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese Zahlen um rund 11 Prozent gestiegen. Auch die BAGW kritisiert Kürzungen in der Wohnungslosenhilfe und im sozialen Sicherungssystem sowie den Rückgang des Bestands an Sozialwohnungen, der sich durch jährlich auslaufende Bindungen und einen unzureichenden Neubau fortsetzt.