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26.01.2026
12:15 Uhr
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Die Nordsee-Anrainerstaaten haben mit Netzbetreibern und Windenergieunternehmen einen Investitionspakt unterzeichnet. Bei dem Nordsee-Gipfel geht es auch um Sicherheit.

Zu Beginn des Nordseegipfels in Hamburg haben sich die Anrainerstaaten auf einen gemeinsamen Ausbau von Offshore-Windkraft in der Nordsee verständigt. "Konkret haben sich die Nordsee-Staaten darauf geeinigt, bis zu 100 GW Erzeugungsleistung grenzüberschreitend zu vernetzen", schrieb das Bundeswirtschaftsministerium. Bei dem Gipfel kamen Politiker und Vertreter der EU und der Nato mit Branchenvertretern zusammen. Zunächst ging es bei dem Gipfel um die Wirtschaft im Nordseeraum. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums unterzeichneten Vertreter der Nordsee-Staaten, der Offshore-Windindustrie und der Übertragungsnetzbetreiber einen Investitionspakt für den Nordseeraum. Die beteiligten Staaten strebten darin die "Sicherstellung einer stabilen Pipeline von Offshore-Wind-Ausschreibungen über das Jahr 2030 hinaus an". Die Branche verpflichte sich dazu, "die Stromgestehungskosten bis 2040 um 30 Prozent zu reduzieren", schrieb das Ministerium. Dies sind die Gesamtkosten der Stromerzeugung über die volle Lebensdauer einer Anlage. Zudem soll die Branche demnach in Europa bis 2030 9,5 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten investieren und 91.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. "Mit dem konsequenten Ausbau und der intelligenten Vernetzung von Offshore-Energie schaffen wir bezahlbare, saubere und sichere Energie, reduzieren strategische Abhängigkeiten und erhöhen die Resilienz Europas insgesamt", sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Sicherheit kritischer Infrastruktur ist ebenfalls Gesprächsthema Ein weiteres Thema ist die Sicherheit in der Nordsee. Maritime Infrastrukturen seien zunehmend Ziel von hybriden Angriffen und Ausspähaktionen , sagte die Bundeswirtschaftsministerin zu Beginn des Gipfels. "Nicht erst seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine sehen wir zunehmende Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur", sagte Reiche. Stromnetze, Pipelines, wichtige Datenkabel, die für die digitale Souveränität des Kontinents von entscheidender Bedeutung seien, würden angegriffen, "und deshalb ist zum ersten Mal die Nato hochrangig hier vertreten". Zum Nordseegipfel in Hamburg sind Staats- und Regierungschefs und Energieminister der Nordsee-Anrainerstaaten sowie Vertreter von EU und Nato zusammengekommen. Um 12.30 Uhr soll Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Staats- und Regierungschefs am Hafen begrüßen.