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10.02.2026
07:07 Uhr
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Im Januar hatte Nordkorea eine Spionagedrohne in seinem Luftraum abgeschossen. Südkoreas Regierung beteuerte, sie wisse von nichts. Nun gab es mehrere Razzien.

In Südkorea haben Ermittler auf der Suche nach Hinweisen zu einem mysteriösen Drohnenflug nach Nordkorea Gebäude des örtlichen Geheimdienstes durchsucht. Die Razzien fanden an insgesamt 18 Standpunkten statt und richteten sich gegen drei aktive Soldaten und einen Mitarbeiter des Geheimdienstes, teilte ein gemeinsames Einsatzkommando der Armee und der Polizei mit. Bei dem Vorfall geht es um eine Spionagedrohne, die am 4. Januar von der südkoreanischen Stadt Incheon gestartet sein und mit einer Kamera wichtige Anlagen in Nordkorea gefilmt haben soll. Die Regierung Nordkoreas beschuldigte Südkorea damals einer Luftraumverletzung. Das Militär schoss die Drohne ab. Südkoreas Regierung versicherte, nichts von dem Drohnenflug zu wissen, und verwies auf eine mögliche Tat von Zivilisten. Bei den Razzien wolle das südkoreanische Einsatzkommando nun "die Wahrheit hinter dem Drohnenvorfall durch die Analyse der beschlagnahmten Materialien und eine gründliche Untersuchung der Verdächtigen vollständig aufdecken", hieß es in einer Erklärung. Die Ermittler durchsuchten eigenen Angaben zufolge unter anderem die Kommandozentrale des südkoreanischen Verteidigungsnachrichtendienstes und ein Gebäude des Nationalen Nachrichtendienstes. Drohnenflug gleicht laut Südkoreas Präsident einer Kriegserklärung Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hatte den Drohnenvorfall im Januar als "Kriegserklärung" bezeichnet. Er sei "gleichbedeutend mit einem Schuss" auf Nordkorea, sagte der südkoreanische Präsident und forderte, die Verantwortlichen streng zu bestrafen. Bereits Ende Januar hatte die südkoreanische Polizei nach eigenen Angaben Büros und Wohnungen von drei Zivilisten durchsucht, die möglicherweise mit dem Drohnenflug zu tun haben. Die drei wurden mittlerweile angeklagt. Ein Mann hat sich bereits zu dem Drohnenflug bekannt und erklärt, er habe die Strahlenbelastung durch eine nordkoreanische Uranaufbereitungsanlage messen wollen. Nord- und Südkorea befinden sich formal betrachtet nach wie vor in einem Kriegszustand, da der Koreakrieg von 1950 bis 1953 nur mit einem Waffenstillstand endete, jedoch niemals ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde.