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07.01.2026
13:54 Uhr
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Im vergangenen Jahr erreichte die Nordsee laut Messungen einen Höchstwert bei der Wassertemperatur. Auch die Ostsee war außergewöhnlich warm. Grund ist der Klimawandel.

So warm wie im Jahr 2025 war die Nordsee seit Beginn der Messungen 1969 noch nie. Die durchschnittliche Wassertemperatur erreichte mit 11,6 Grad Celsius einen Höchstwert. Das teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit. Als Hauptgrund nennt die Behörde den Klimawandel. Im Vergleich zum langjährigen Mittel der Jahre 1997 bis 2021 lag die Temperatur 0,9 Grad höher. In allen Monaten wurden überdurchschnittliche Werte gemessen, besonders warm waren der Juni und der Dezember, in denen Höchststände erreicht wurden. Am deutlichsten zeigte sich die Erwärmung im nördlichen und zentralen Teil der Nordsee sowie im Übergang zur Ostsee. Die Rekordwerte beschränkten sich nicht nur auf die Oberfläche. Auch in den tieferen Wasserschichten wurde so viel Wärme gespeichert wie noch nie zuvor. Nach Angaben des BSH ist damit die gesamte Nordsee spürbar wärmer geworden. Zweitwärmstes Jahr für die Ostsee Auch die Ostsee erlebte 2025 ein außergewöhnlich warmes Jahr. Mit einer durchschnittlichen Oberflächentemperatur von 9,7 Grad Celsius war es das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Messungen 1990. Nur 2020 war noch wärmer. Besonders hohe Temperaturen wurden in der südwestlichen Ostsee und im Finnischen Meerbusen gemessen. Zudem nahmen sogenannte marine Hitzewellen zu. Dabei handelt es sich um Phasen, in denen sich das Meer über mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate hinweg deutlich stärker erwärmt als üblich. Während die Wassertemperatur normalerweise im Jahresverlauf schwankt, bleibt sie bei solchen Ereignissen ungewöhnlich hoch. In der Kieler Förde registrierte das BSH im Frühjahr eine 55 Tage andauernde Hitzewelle, die längste seit Beginn der Beobachtungen. Solche extremen Wärmephasen setzen die Lebewesen im Meer zunehmend unter Druck, teilte die Behörde mit. Langfristige Auswertungen zeigen laut BSH eine anhaltende Erwärmung von Nord- und Ostsee, wobei sich die Ostsee schneller erwärmt. Auch Klimasimulationen durch das BSH und das Dänische Meteorologische Institut sagen eine weitere deutliche Temperaturzunahme voraus, falls die Treibhausgasemissionen nicht stark sinken. Steigender Meeresspiegel als Folge des Klimawandels Mit der Erwärmung steigt demnach auch der Meeresspiegel an. Pegelmessungen zeigen seit 1900 einen Anstieg von mehr als 25 Zentimetern im niedersächsischen Cuxhaven und knapp 20 Zentimetern in Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern. Dadurch könnten laut BSH Sturmfluten künftig höhere Wasserstände erreichen. "Selbst, wenn wir weltweit sofort aufhören, Treibhausgase auszustoßen, wird der Meeresspiegel voraussichtlich noch Jahrhunderte weiter ansteigen", sagte BSH-Präsident Helge Heegewaldt. Es sei daher wichtig, "mehr für den Klimaschutz zu tun". Dadurch lasse sich Zeit gewinnen, um die Küsten sowie die Bevölkerung vor Ort besser zu schützen.