Zeit 09.02.2026
08:49 Uhr

Nikkei-Index: Deutlicher Wahlsieg der Regierungspartei beflügelt Börsen in Japan


Der japanische Leitindex Nikkei ist mit einem Rekordhoch in den Handel gestartet. Anleger hoffen nach dem deutlichen Wahlsieg von Sanae Takaichi auf Konjunkturprogramme.

Nikkei-Index: Deutlicher Wahlsieg der Regierungspartei beflügelt Börsen in Japan
Ein deutlicher Wahlsieg der Regierungspartei in Japan hat ‌den Börsen in Asien Auftrieb gegeben und zugleich den Yen gestärkt. Der japanische Leitindex Nikkei stieg um 4,4 Prozent auf ein Rekordhoch. Der Aktienindex übersprang zeitweise erstmals die Marke von 57.000 Punkten. Anleger hoffen auf weitere Konjunkturprogramme der Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi . Der Yen machte seine ​Verluste aus den vergangenen sechs Handelstagen wett. Takaichi und ihre Liberaldemokratische Partei hatten zuvor den größten Wahlsieg ihrer Geschichte gefeiert. Als erste Partei seit dem Zweiten Weltkrieg gewann die Partei bei der Neuwahl zum Unterhaus allein mehr als zwei Drittel der 465 Sitze in der mächtigen Parlamentskammer. Der Sieg verschafft der rechtsgerichteten Regierungschefin enorme Macht. Takaichi will Steuern senken und die Wirtschaft mit Investitionen ankurbeln Als erste Frau an der Spitze der Regierung ist Takaichi erst seit Ende Oktober im Amt. Mit der neuen Mehrheit kann sie Verfassungsänderungen vorantreiben und Gesetze verabschieden, selbst wenn diese vom Oberhaus abgelehnt werden. Im Wahlkampf hatte sie versprochen, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel für zwei Jahre auszusetzen. So sollen die gestiegenen Lebenshaltungskosten in Japan ausgeglichen werden. Auch die Benzinsteuer will Takaichi absenken, staatliche Investitionsprogramme sollen die Wirtschaft ankurbeln. Die Inflationsrate in Japan lag zuletzt bei rund drei Prozent. Der Yen ist schon lange schwach, was Importe verteuert. Experten sehen Takaichis Pläne kritisch, denn die Staatsverschuldung Japans ist jetzt schon groß. Geringere Steuern bedeuten weniger Einnahmen. Deshalb will die Regierungschefin die Steuersätze auch nur temporär senken. Die Aussicht auf eine höhere Verschuldung trieb jedoch die Renditen für zweijährige japanische Staatsanleihen auf 1,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1996.