Zeit 21.01.2026
14:07 Uhr

Nigeria: Polizei in Nigeria bestätigt Entführung von mehr als 160 Christen


Tagelang verschleierten nigerianische Behörden die Entführung zahlreicher Gläubiger aus drei Kirchen. Nun räumte die Polizei die Vorfälle ein.

Nigeria: Polizei in Nigeria bestätigt Entführung von mehr als 160 Christen
In dem nigerianischen Dorf Kurmi Wali haben Bewaffnete mindestens 163 Gläubige aus drei Kirchen entführt. Die Behörden des Bundesstaats Kaduna im Nordwesten Nigerias hatten den Angriff vom Sonntag zunächst als Lüge bezeichnet und mit Strafen wegen vermeintlicher Falschmeldungen gedroht. Nach öffentlichem Druck bestätigte die Polizei dann, der Vorfall habe sich "nach Überprüfung durch operative Einheiten und Geheimdienstquellen" tatsächlich ereignet. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sprachen die Dorfeinwohner von 177 Menschen, die während der Gottesdienste entführt wurden. Elf von ihnen hätten fliehen können. Das bestätigt auch die Christliche Vereinigung von Nigeria (CAN). Nach dem Angriff hatten die vermeintlichen Entführer 17 Motorräder gefordert. Die Bewohner des Dorfes rechnen auch mit Lösegeldforderungen. Behörden fürchten schlechtes Image Die Regierungsvertreter hätten sie dazu gedrängt, den Vorfall nicht öffentlich zu machen, teilten die Dorfbewohner mit. Sie würden befürchten, die Berichterstattung über Entführungen in dem Bundesstaat könne ein schlechtes Image schaffen. In Nord- und Zentralnigeria sind als islamistisch geltende Terrorgruppen und bewaffnete kriminelle Banden aktiv. Jährlich entführen sie tausende Menschen , um Geld oder die Freilassung von Mitgliedern zu erpressen. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist je zur Hälfte christlich und muslimisch geprägt. Obwohl der Großteil der Opfer der Gewalt in Nigeria Muslime sind, geraten Angriffe auf Christen häufiger in den internationalen Fokus. Das US-Militär war an Weihnachten Luftangriffe im Nordwesten Nigerias geflogen. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump richteten sich diese gegen Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat. Trump drohte außerdem mit weiteren Militärschlägen .