Zeit 08.12.2025
15:50 Uhr

Nigeria: Hundert entführte Schulkinder in Nigeria wieder frei


Im November waren mehr als 300 Kinder aus einer Schule im Norden Nigerias entführt worden. Etwa 100 von ihnen sind nun offenbar wieder frei, andere werden noch vermisst.

Nigeria: Hundert entführte Schulkinder in Nigeria wieder frei
Insgesamt 100 der im November aus einer Schule in Nigeria verschleppten Kinder sind wieder frei. Das teilte ein Sprecher der Christlichen Vereinigung Nigerias (CAN) unter Berufung auf Angaben der Regionalregierung mit. Rund 150 weitere Schulkinder und zwölf Erwachsene befinden sich demnach jedoch weiterhin in Gefangenschaft. Medienberichten zufolge kamen die Kinder bereits am Sonntag frei, nachdem es Verhandlungen zwischen Behörden und den Entführern gegeben haben soll. Der Gouverneur wolle die Kinder noch im Laufe des Tages offiziell empfangen, hieß es von CAN weiter. Angaben zu den Umständen der Freilassung und zur Identität der Kinder gab es nicht. Auch der zuständige katholische Bischof Bulus Dauwa Yohanna bestätigte die Freilassung nun gegenüber dem Hilfswerk missio Aachen. "Die Kinder sind nicht mehr bei den Entführern. Ihren genauen Aufenthaltsort kennen wir aktuell nicht. Sie werden von Regierungsbehörden betreut und sollen jetzt in Gruppen zu ihren Familien zurückkehren. Dies will die Regierung organisieren", sagte Yohanna. Er zeigte sich außerdem zuversichtlich, dass die Verhandlungen der Regierung bald zu weiteren Freilassungen führen. Dies sei nicht zuletzt der medialen Aufmerksamkeit und dem Druck durch die internationale Gemeinschaft zu verdanken. Ob Lösegeld gezahlt werde, könne er nicht sagen, sagte Yohanna und betonte, dass die meisten betroffenen Kinder aus armen Familien stammten: "Sie haben manchmal nicht genug zu essen. Die Entführer können von diesen Familien unmöglich Lösegeld fordern und bekommen." Zuletzt Schulschließungen in mehreren Bundesstaaten wegen Entführungswelle Am 21. November hatten Bewaffnete die katholische Marienschule in der Ortschaft Papiri im Bundesstaat Niger überfallen und mindestens 303 Kinder sowie zwölf Lehrkräfte entführt . 50 Kinder konnten bereits kurz darauf fliehen oder wurden auf dem Marsch zurückgelassen. Ein Großteil der Entführten waren Kinder im Grundschulalter von unter zwölf Jahren, Elternangaben zufolge waren einige der Kinder erst fünf Jahre alt. Immer wieder kam es im Norden Nigerias in den vergangenen Jahren zu Massenentführungen aus Schulen, für die sowohl kriminelle Banden als auch dschihadistische Gruppen wie Boko Haram verantwortlich sind. Nach den jüngsten Entführungen im November haben mehrere Bundesstaaten im Norden und im Zentrum Nigerias Schulschließungen angeordnet.