Zeit 23.11.2025
16:52 Uhr

Nigeria: 50 entführten Schulkindern gelingt in Nigeria Flucht


In Nigeria hat eine schwere Welle von Massenentführungen Entsetzen ausgelöst. Ein Teil der 300 gekidnappten Kinder konnte sich befreien. Doch viele bleiben vermisst.

Nigeria: 50 entführten Schulkindern gelingt in Nigeria Flucht
Nach der Verschleppung von mehr als 300 Schülerinnen und Schülern in Nigeria ist rund 50 Kindern die Flucht gelungen. "Wir haben gute Nachrichten erhalten: 50 Schüler konnten fliehen und sind wieder mit ihren Eltern vereint", teilte die Christliche Vereinigung Nigerias mit, die das katholische Internat betreibt. Die Kinder und Jugendlichen seien auf eigene Faust ihren Geiselnehmern entkommen und nun bei ihren Familien. Das habe man durch Kontaktaufnahme mit den Eltern bestätigen können. 253 Schulkinder sowie 12 Lehrkräfte seien noch in der Gewalt der Entführer. Wer hinter den Entführungen steht, ist noch nicht bekannt. Bislang reklamierte keine Gruppe die jüngsten Entführungen in Nigeria für sich. Bewaffnete Angreifer hatten die St. Mary's School, ein katholisches Internat in der abgelegenen Gemeinde Papiri im zentralen Bundesstaat Niger, am Freitag überfallen. Ein Sicherheitsmann wurde erschossen. Zunächst war von 215 entführten Kindern die Rede . 88 Schülerinnen und Schüler versuchten zunächst zu flüchten, wurden dann aber von den Angreifern eingeholt. Die Kinder und Teenager sind zwischen 10 und 18 Jahre alt. Weitere Entführung in angrenzendem Bundesstaat Wie die Kinder festgehalten werden, ist unklar. Wie es den 50 Kindern gelang, sich zu befreien, wissen die Behörden ebenfalls noch nicht. Erst vor einigen Tagen waren im Bundesstaat Kebbi im Nordwesten Nigerias, der an den Bundesstaat Niger grenzt, 25 Schülerinnen aus einem Internat entführt worden . Ein Mädchen entkam auf eigene Faust und kehrte nach Darstellung des Schulleiters sicher zu seiner Familie zurück. Seit Jahren greifen schwer bewaffnete kriminelle Banden immer wieder in ländlichen Gebieten im Nordwesten und im Zentrum Nigerias an , um Menschen zu entführen und Lösegeld zu erpressen. Tausende Menschen wurden getötet. Vor mehr als zehn Jahren hatte die Verschleppung von 276 Mädchen aus ihrer Schule im nigerianischen Chibok international Aufsehen erregt. Von einigen der damals verschleppten Mädchen fehlt bis heute jede Spur. US-Regierung drohte Nigeria wegen angeblich gezielter Tötung von Christen Nigeria wird von zahlreichen Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und Bevölkerungsgruppen erschüttert, die Christen wie Muslime gleichermaßen betreffen. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist in einen mehrheitlich muslimischen Norden und einen weitgehend christlichen Süden geteilt. Die nigerianischen Behörden weisen Vorwürfe zurück, dass Christen verfolgt würden. Anfang des Monats hatte die US-Regierung Nigeria wegen der angeblich gezielten Tötung von Christen mit einem US-Militäreinsatz gedroht . US-Präsident Donald Trump behauptete, Christen seien in Nigeria einer "existenziellen Bedrohung" ausgesetzt.