Zeit 25.11.2025
22:26 Uhr

Nigeria: 24 entführte Schülerinnen in Nigeria sind wieder frei


Rund eine Woche nach ihrer Entführung sind 24 Schülerinnen in Nigeria wieder frei. In einem ähnlichen Fall werden weiterhin mehr als 200 Menschen vermisst.

Nigeria: 24 entführte Schülerinnen in Nigeria sind wieder frei
Nach der Verschleppung mehrerer Schülerinnen aus einem Internat in Nigeria sind alle Betroffenen wieder frei. Das teilte Präsident Bola Tinubu mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Mädchen waren vergangene Woche von bewaffneten Angreifern aus der Government Girls' Comprehensive Secondary School im Bundesstaat Kebbi im Nordwesten des Landes entführt worden . Der stellvertretende Schulleiter wurde dabei getötet, ein Mensch wurde verletzt. Über die Zahl der Betroffenen gab es unterschiedliche Angaben: Die Polizei hatte zunächst von 25 Opfern gesprochen, Präsident Tinubu sagte nun jedoch, alle 24 entführten Schülerinnen seien befreit worden. Weiter teilte Tinubu mit, es müssten dringend mehr Einsatzkräfte in die gefährdeten Gebiete geschickt werden, um weitere Entführungen zu verhindern. Mehr als 300 Schüler verschleppt Bereits am vergangenen Freitag war es zu einem weiteren, besonders schweren Vorfall gekommen. Angreifer überfielen im nigerianischen Bundesstaat Niger eine katholische Schule und entführten mehr als 300 Schulkinder und Angestellte . 50 der Verschleppten gelang am Wochenende die Flucht. Im Norden und Zentrum des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas mit mehr als 220 Millionen Einwohnern entführen sowohl kriminelle Banden als auch islamistische Terrorgruppen immer wieder Menschen. Die bislang schwerste Entführung dieser Art war 2014 der Angriff auf eine Mädchenschule im Ort Chibok. Damals verschleppte die islamistische Miliz Boko Haram 276 Schülerinnen, 82 der Mädchen werden bis heute vermisst. Boko Haram und andere dschihadistische Gruppen, die eine gewaltsame Kampagne zur Einführung einer strengen islamischen Herrschaft in Nigeria führen, wollen mit den Entführungen meist politische Forderungen stellen. Den Banden geht es dagegen meistens darum, Lösegeld zu erpressen oder die Freilassung ihrer inhaftierten Mitglieder zu erreichen.