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11.12.2025
21:58 Uhr
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Im Konflikt mit Venezuela erlässt das US-Finanzministerium weitere Strafmaßnahmen. Neben der Ölindustrie zielen diese auch auf das direkte Umfeld von Präsident Maduro.

Die USA haben neue Sanktionen gegen venezolanische Unternehmen sowie Menschen aus dem direkten Umfeld des Präsidenten Nicolás Maduro verhängt. Das Finanzministerium in Washington, D.C. veröffentlichte eine entsprechende Liste . Demnach richten sich die Sanktionen unter anderem gegen sechs Schiffsgesellschaften, die venezolanisches Öl transportieren, sowie gegen sechs Öltanker. Darüber hinaus wird das Vermögen dreier Neffen von Maduros Ehefrau Cilia Flores eingefroren. Ihnen wird damit der Zugang zu jeglichem Eigentum oder Finanzvermögen in den USA verwehrt. Außerdem dürfen US-Unternehmen keine Geschäfte mehr mit ihnen machen. Sanktionierte Neffen bereits wegen Drogenhandels verurteilt Bei den betroffenen Personen handelt es sich den Angaben zufolge um Franqui Flores und Efraín Campo. Die beiden Männer waren 2017 in den USA wegen Kokainhandels zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden, wurden jedoch 2022 vom damaligen US-Präsidenten Joe Biden begnadigt. Die beiden kamen daraufhin im Austausch für sieben in Venezuela inhaftierte US-Bürger frei. Bei dem dritten Neffen handelt es sich um Carlos Flores, der wegen seiner Arbeit als Regierungsbeamter sanktioniert werde, wie es in der Mitteilung des US-Finanzministeriums heißt. Eine weitere sanktionierte Person soll zudem ein Geschäftsmann aus Panama sein, der Ölgeschäfte mit Maduro gemacht habe. "Nicolás Maduro und seine kriminellen Komplizen in Venezuela überschwemmen die Vereinigten Staaten mit Drogen, die das amerikanische Volk vergiften", erklärte US-Finanzminister Scott Bessent die Entscheidung. Mit den Sanktionen mache man den Versuch der Biden-Regierung rückgängig, einen Deal mit Maduro zu schließen. Man werde stattdessen "das Regime und seinen Kreis von Vertrauten und Unternehmen für seine fortgesetzten Verbrechen zur Rechenschaft ziehen". US-Regierung bringt beschlagnahmten Tanker mit Iran in Verbindung Die neuen Sanktionen gegen die Unternehmen folgen auf die Beschlagnahmung eines Öltankers vor der Küste Venezuelas. Die USA hatten das Schiff Skipper am Mittwoch mit Soldaten unter ihre Kontrolle gebracht und den Tanker sowie das Rohöl konfisziert. Venezuela warf den Vereinigten Staaten "Diebstahl" vor sowie einen "Akt internationaler Piraterie". Aus US-Kreisen hieß es hingegen, das Schiff sei Teil der sogenannten Schattenflotte, die weltweit sanktioniertes Öl transportiert. Die Skipper habe unter anderem Öl vom Schwarzmarkt an die Revolutionsgarden im Iran geliefert, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt. Beweise für die Behauptung legte sie jedoch nicht vor. Venezuela lebt vom Ölexport, sein Hauptabnehmer China hatte sich zuletzt jedoch auch billigem Öl aus Russland und dem Iran zugewandt.