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01.01.2026
15:36 Uhr
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Es flogen Böller, Steine und Flaschen in Richtung Polizei und Rettungskräfte: In der Silvesternacht sind in Leipzig mehrfach Einsatzkräfte angegriffen worden. Noch vor Mitternacht wurde etwa die Feuerwehr im Stadtteil Grünau derart massiv attackiert, dass sie ihren Einsatz unterbrechen und sich zurückziehen musste, wie die Polizei mitteilte. Die herbeigerufene Polizei umstellte demnach die etwa 20 Angreifer vor Ort. Gegen sie laufen Ermittlungen wegen eines Landfriedensbruchs. Polizistin nach Steinwürfen verletzt In dem für Ausschreitungen bekannten Stadtteil Connewitz wurde kurz nach Mitternacht eine 25-jährige Beamtin leicht verletzt, als nach Angaben der Polizei aus einer Gruppe von 30 bis 40 Personen heraus Steine, Pyrotechnik und Farbgläser in Richtung von Polizeifahrzeugen und Bereitschaftspolizisten geworfen wurden. Die Polizei ermittelt wegen des Anfangsverdachts eines Landfriedensbruchs. Ein Feuerwehrmann erlitt demnach ein Knalltrauma bei einem weiteren Angriff mit Flaschen und Pyrotechnik bei Löscharbeiten einer Barrikade im Leipziger Süden. Auch ein Fahrzeug der Polizei wurde dabei beschädigt. Die Beamten nahmen eine Strafanzeige wegen Landfriedensbruchs auf. Kurz zuvor waren den Angaben zufolge Polizisten mit Pyrotechnik beworfen worden, die Erste-Hilfe-Maßnahmen des Rettungsdienstes absicherten. Polizeipräsident: Trotz Angriffen überwiegend friedliche Nacht "Die Angriffe auf Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei sind inakzeptabel und klar zu verurteilen", sagte Polizeipräsident René Demmler laut Mitteilung. Er sprach dennoch von einer überwiegend friedlichen Nacht. In den zwölf Nachtstunden rückten Beamte den Angaben nach zu über 320 Einsätzen aus. Sowohl im Leipziger Osten als auch im Zentrum stellten sie teilweise auch bei Kindern und Jugendlichen mehrfach Feuerwerk der Kategorie F4 sicher, das nur für den Gebrauch durch Fachpersonen zugelassen ist. An der Eisenbahnstraße fanden die Beamten bei einer Person mehr als 70 entsprechender Feuerwerkskörper. Brandstiftung in Hotel Mehrfach wurden die Polizei zu Bränden gerufen. In einem Fall wird gegen einen 42-Jährigen ermittelt, der in einem Hotel in der Innenstadt nach Mitternacht Feuer gelegt haben soll. Die Rauchmeldeanlage und eine schnelle Brandbekämpfung verhinderten den Angaben nach größere Schäden. Ein Hotelmitarbeiter kam wegen einer möglichen Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Bereits am Abend stand eine Wohnung im Zentrum in Flammen. Trotz schneller Löschung war sie nicht mehr bewohnbar. Wie es zu dem Feuer kam, soll ein Brandursachenermittler klären. In den vergangenen Jahren kam es in der Silvesternacht regelmäßig zu Ausschreitungen in Leipzig. Bereits vor dem Jahreswechsel warnte die Polizei, dass nicht nur der Stadtteil Connewitz davon betroffen sein könnte. © dpa-infocom, dpa:260101-930-485055/4