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12.12.2025
16:23 Uhr
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Die iranische Frauenrechtsaktivistin Narges Mohammadi ist laut ihrer Stiftung im Iran unter Gewalt festgenommen worden. Auch andere Aktivistinnen seien abgeführt worden.

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben von Unterstützern im Iran festgenommen worden. Einsatzkräfte hätten Mohammadi zusammen mit weiteren Aktivistinnen bei einer Gedenkfeier gewaltsam abgeführt, teilte die Stiftung der Frauenrechtlerin, die ihren Namen trägt, auf X mit. Die iranischen Behörden äußerten sich zunächst nicht. Der französische Anwalt der 53 Jahre alten Menschenrechtsaktivistin bestätigte der Nachrichtenagentur AFP die Festnahme. Wie Mohammadis in Paris lebender Mann Taghi Rahmani mitteilte, wurde in der ostiranischen Stadt Maschhad außerdem die bekannte Aktivistin Sepideh Gholian festgenommen. Von Anhängern Mohammadis hieß es, sie sei auf einer Gedenkfeier für den vor wenigen Tagen verstorbenen Menschenrechtsanwalt Chosrow Alikordi gewesen. Er hatte unter anderem politische Gefangene vertreten. Sein Tod hat unter iranischen Menschenrechtsaktivisten große Bestürzung ausgelöst. Zugleich gab es Spekulationen über die Umstände seines Todes. Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen freigelassen Mohammadi hat einen Großteil der vergangenen Jahre im Gefängnis verbracht. Auch den Friedensnobelpreis konnte sie 2023 nicht persönlich entgegennehmen, weil sie in Haft saß. Sie wurde mehrfach zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie sich gegen den Kopftuchzwang für Frauen und gegen die Todesstrafe einsetzt. Vergangenes Jahr war die Nobelpreisträgerin aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend aus ihrer Haft im Evin-Gefängnis bei Teheran freigelassen worden. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen hatte Mohammadi während ihrer Haft mehrere Herzinfarkte erlitten. 2022 habe sie sich einer Notfalloperation unterziehen dürfen. Wie sie selbst angab, darf sie den Iran allerdings nicht mehr verlassen . Unterstützerinnen und Unterstützer Mohammadis fürchten seit Monaten, dass sie wieder ins Gefängnis kommen könnte.