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26.01.2026
14:49 Uhr
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Spiegelglatte Gehwege, vereiste Oberleitungen, Sperrungen auf Straße und Schiene. Zwar ist die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdiensts für Berlin und Brandenburg inzwischen aufgehoben, doch aufgrund gefrierender Nässe ist es in Berlin zum Wochenstart zu einem Verkehrschaos gekommen. Der Straßenbahnverkehr in der Hauptstadt ist seit dem Morgen vollständig eingestellt, wie die Berliner Verkehrsbetriebe mitteilten. Wann es wieder weitergehe, sei unklar, sagte eine BVG-Sprecherin am Mittag. "Das ist eine historische Lage, das hatten wir so noch nie", kommentierte die BVG-Sprecherin die Situation. Dutzende Trams stecken fest BVG-Betriebschefin für U-Bahn und Tram, Meike Brännström, teilte mit: "Wir tun mit allen verfügbaren Kräften alles dafür, den Straßenbahnverkehr so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen." Rund 40 Trams schafften es nicht mehr Richtung Depot und stecken seitdem im Streckennetz fest. Fahrerinnen und Fahrer harren seit Stunden in den Fahrzeugen aus, um sie zu bewachen und darauf zu warten, dass es weitergeht. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner verschaffte sich am Hackeschen Markt einen Eindruck von der Lage und sprach mit einer Tram-Fahrerin sowie Führungskräften der BVG. Er dankte den BVG-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und betonte, die Arbeit unter diesen Bedingungen verdiene großen Respekt. Einschränkungen im U- und S-Bahnverkehr Auch im U-Bahnverkehr kommt es zu Einschränkungen. Die U2 ist der BVG zufolge zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz und zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Pankow unterbrochen, die U3 zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke ebenso. Busse wiederum fahren weitgehend ohne Beeinträchtigungen, Verzögerungen aufgrund der Glätte seien aber möglich. Eis und Glätte sorgen auch im Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg für Beeinträchtigungen. Die Ringbahnlinien S41 und S42 fahren auch am Nachmittag nur im Zehn-Minuten-Takt, wie ein Bahnsprecher mitteilte. Witterungsbedingte Ausfälle und Verspätungen gibt es außerdem auf den S-Bahnlinien S46 und der S47 und den Regionallinien RE3, RE5 und RB23. Müssen Kinder zur Schule? Der Schulbetrieb findet grundsätzlich in Präsenz statt, wie ein Sprecher der Bildungsverwaltung mitteilte. Sollten Schülerinnen und Schüler wegen des Wetters zu spät oder gar nicht in die Schule kommen können, seien die Schulen angehalten, angemessen darauf zu reagieren. Polizeiangaben zufolge gab es am Morgen deutlich mehr Verkehrsunfälle als an anderen Tagen. Zwischen 4.00 und 11.00 Uhr ereigneten sich auf Berliner Straßen rund 150 Verkehrsunfälle mit Sachschaden und zwei mit Personenschaden. Zum Vergleich: Vor einer Woche gab es zwischen 4.00 und 9.00 Uhr 64 Verkehrsunfälle. Tunnel Grenzallee wieder frei Auf der südlichen A100 war der Tunnel Grenzallee in Fahrtrichtung Dreieck Neukölln aufgrund von Eisglätte zwischenzeitlich gesperrt. Mittlerweile ist der Tunnel wieder frei, wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte. Am Hauptstadtflughafen BER kann es wegen des Wetters zu Verzögerungen bei der Anreise sowie zu Flugausfällen und Verspätungen kommen, wie der Flughafen informierte. Fahrgäste sollten die Verkehrswege für ihre An- und Abreise überprüfen und den Flugstatus bei ihrer Airline checken. Polizei und BSR warnen Die Polizei und die Berliner Stadtreinigung (BSR) warnten am Morgen vor extremer Glätte. Zwar streue der Winterdienst der BSR auf wichtigen Strecken inklusive der Radstreifen, teilte das Unternehmen mit. Aufgrund starken Regens sei das Feuchtsalz aber teilweise von den Fahrbahnen gespült worden. In Nebenstraßen sowie auf vielen Rad- und Gehwegen werde zudem kein Auftaumittel eingesetzt. Hier sei es deswegen extrem glatt. Insbesondere Fußgänger und Radfahrer sollten also äußerst vorsichtig sein. "Bitte passen Sie Ihr Verhalten den Straßenverhältnissen an", teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Autofahrer sollten die Abstände vergrößern und behutsam lenken. Überflüssige Wege und Radfahren würden am besten vermieden. Größere oder auffällig viele Unfälle in der Hauptstadt wurden zunächst nicht bekannt. Es bleibt glatt Einer amtlichen Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdiensts (DWD) zufolge war die Glatteisgefahr in der Nacht hoch (Warnstufe 3 von 4). Regen und Nässe könnten plötzlich gefrieren, hieß es. Inzwischen hat der DWD die Unwetterwarnungen für Berlin und Brandenburg aber aufgehoben. Glatt ist es aber weiterhin vielerorts, auch in der Nacht kann das laut DWD so bleiben. In der Nacht kann es den Wetterexperten zufolge an manchen Orten in Berlin und Brandenburg leicht schneien. Es werden Tiefstwerte bis minus 3 Grad erwartet. © dpa-infocom, dpa:260126-930-596268/8