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19.02.2026
09:35 Uhr
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Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf wirft Israel unter anderem die "systematische Zerstörung ganzer Stadtteile" im Gazastreifen vor. Israel weist die Vorwürfe zurück.

Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf sieht Anzeichen für ethnische Säuberungen in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten. In einem Bericht des Büros heißt es: "Verstärkte Angriffe, die systematische Zerstörung ganzer Stadtteile und die Verweigerung humanitärer Hilfe zielen offenbar auf eine dauerhafte demografische Veränderung im Gazastreifen ab." Zusammen mit den Zwangsumsiedlungen, die offenbar auf eine dauerhafte Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung abzielten, gebe dies "Anlass zu Besorgnis über ethnische Säuberungen im Gazastreifen und im Westjordanland". In dem vom UN-Menschenrechtsrat angeforderten Bericht des UN-Hochkommissars heißt es zudem, dass im Zeitraum vom 1. November 2024 bis 31. Oktober 2025 im Gazastreifen mindestens 463 Menschen verhungert seien, darunter 157 Kinder. "Jede Anwendung von Hunger als Kriegsmittel gegen die Zivilbevölkerung stellt ein Kriegsverbrechen dar", schreiben die Autoren. Auch zum besetzten Westjordanland einschließlich Ostjerusalem enthält der Bericht schwere Vorwürfe: Israelische Sicherheitskräfte setzen demnach rechtswidrig Gewalt ein, Menschen würden willkürlich festgenommen sowie in Haft gefoltert und misshandelt; zudem würden Häuser zerstört. Dies diene dazu, die palästinensische Bevölkerung im besetzten Westjordanland einschließlich Ostjerusalem "systematisch zu diskriminieren, zu unterdrücken, zu kontrollieren und zu beherrschen". Israel bezeichnet Bericht als "bösartige Kampagne" Israel weist die Vorwürfe des UN-Menschenrechtsbüros zurück. Die israelische Vertretung in Genf teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte betreibe eine "bösartige Kampagne der Dämonisierung und Desinformation" gegen Israel. Es arbeite mit Experten zusammen, die Hetze verbreiteten, und habe daher keine Glaubwürdigkeit. Israel wirft dem UN-Menschenrechtsrat zudem seit Langem Voreingenommenheit vor. Am 9. Oktober 2025 trat der US-Plan für ein Ende des Gazakriegs mit einer Waffenruhe in Kraft. Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden im Gazastreifen, die von der Terrororganisation Hamas kontrolliert werden, sind seitdem bei israelischen Angriffen mehr als 1.500 Menschen ums Leben gekommen. Seit Beginn des Krieges im Gazastreifen im Oktober 2023 liege die Zahl der Toten demnach bei 72.000 . Auslöser des Krieges war der Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober , bei dem nach israelischen Angaben mehr als 1.200 Menschen getötet und 251 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. Nach israelischen Informationen waren an dem Angriff auf Israel mehr als 3.000 Terroristen beteiligt. Rund 1.600 der Angreifer wurden nach israelischen Angaben getötet, andere konnten wieder in den Gazastreifen entkommen. Aktuelle Entwicklungen in Nahost lesen Sie in unserem Liveblog .