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05.02.2026
14:16 Uhr
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Russland hat einen deutschen Botschaftsmitarbeiter zur unerwünschten Person erklärt. Außenminister Johann Wadephul spricht von einem inakzeptablen Vorgang.

Russland hat einen Diplomaten der deutschen Botschaft in Moskau ausgewiesen. Das russische Außenministerium teilte mit, dass die Vertreterin des Botschafters einbestellt und darüber informiert worden sei. Demnach wurde ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Moskau zur unerwünschten Person erklärt. Russland reagiert damit laut dem Ministerium auf die Entscheidung der Bundesregierung vom 22. Januar, einen Mitarbeiter der Botschaft der Russischen Föderation auszuweisen. Russland hatte die deutschen Spionagevorwürfe gegen den Diplomaten zurückgewiesen. "Wir betrachten die Maßnahmen der deutschen Seite als eine billige Provokation, die darauf abzielt, die russische diplomatische Vertretung in der BRD zu diskreditieren", teilte das Außenministerium mit. Bei der russischen Reaktion handele es sich um "symmetrische Antwort". Deutschland allein trage "die volle Verantwortung für die neue Eskalation in den bilateralen Beziehungen", kritisierte das Außenministerium. Den Spionagevorwurf nannte Russland unbegründet und gab an, dass Deutschland eine "Spion-Manie" entwickelt haben. Außenminister Johann Wadephul (CDU) nannte die Ausweisung "völlig inakzeptabel". Sie entbehre "jeder sachlichen Grundlage", sagte er und fügte hinzu: "Wir behalten uns weitere Maßnahmen vor." Bei dem betroffenen Mitarbeiter handele es sich um einen Angehörigen des Militärattaché-Stabs der Deutschen Botschaft in Moskau. "Während sich unsere Diplomaten an Recht und Gesetz halten, setzt Russland auf Eskalation und Spionage unter dem Deckmantel der Diplomatie", sagte Wadephul. "Russland setzt auf ungerechtfertigte Vergeltungsmethoden statt auf Diplomatie." Spionagevorwürfe gegen stellvertretenden russischen Militärattaché Das Auswärtige Amt hatte zuvor den russischen Botschafter in Berlin einbestellt und ihm mitgeteilt, ein als Diplomat akkreditierter Mitarbeiter der russischen Botschaft, der in Deutschland Spionage betrieben habe, sei mit sofortiger Wirkung zur unerwünschten Person erklärt worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa handelt es sich um den stellvertretenden russischen Militärattaché. "Dem Botschafter wurde im Auftrag des Außenministers mit Nachdruck mitgeteilt, dass Spionageaktivitäten in Deutschland durch die Bundesrepublik Deutschland nicht toleriert werden und Konsequenzen haben", teilte das Auswärtige Amt mit. Der Mitarbeiter der Botschaft müsse Deutschland umgehend verlassen.