Zeit 17.01.2026
03:18 Uhr

Nach Angriff auf Venezuela: US-Luftfahrtbehörde warnt vor Flügen über Länder Lateinamerikas


Nach dem Angriff auf Venezuela hatte Donald Trump weiteren Ländern mit Militäraktionen gedroht. Nun weist die US-Luftfahrtbehörde FAA auf Gefahren bei Flügen hin.

Nach Angriff auf Venezuela: US-Luftfahrtbehörde warnt vor Flügen über Länder Lateinamerikas
Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat Fluggesellschaften bei Flügen über Mittelamerika und Teilen Südamerikas vor potenziellen Gefahren gewarnt. Als Gründe nannte die Behörde Risiken durch mögliche militärische Aktivitäten sowie Störungen der Navigations- und GPS-Signale. Betroffen seien generell Mittelamerika, in Mexiko insbesondere die Ostküstenstadt Mazatlán, Ecuadors Stadt Guayaquil, Panama, Bogotá im Zentrum Kolumbiens und Teile des Luftraums über dem östlichen Pazifik. Die Warnung gelte für einen Zeitraum von 60 Tagen. Mexiko teilte mit, es handele sich bei der Warnung der FAA lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme, die weder den mexikanischen Luftraum noch mexikanische Fluggesellschaften einschränke. Sie gelte zudem ausschließlich für US-Fluggesellschaften; der Flugbetrieb in Mexiko sei davon nicht betroffen, hieß es von Behörden. Die Warnungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Ländern Mittel- und Südamerikas. Anfang Januar ordnete US-Präsident Donald Trump einen Militäreinsatz in Venezuela an und nahm Präsident Nicolás Maduro sowie dessen Frau Cilia Flores gefangen . Maduro sitzt seither in New York in Haft, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll. Trump deutete weitere militärische Aktionen an , unter anderem gegen Kolumbien. Vergangene Woche hatte Trump zudem erneut dem Inselstaat Kuba gedroht , unter anderem mit einem Stopp von Öl- und Geldlieferungen. Ecuador schickt Soldaten in drei Provinzen Die Regierung von Ecuador hat unterdessen zur Bekämpfung des Drogenhandels 10.000 Soldaten in drei Provinzen entsandt. In die Küstenprovinzen Guayas und Manabí sowie die Nachbarprovinz Los Ríos seien zudem Hunderte Spezialkräfte geschickt worden, sagte Luftwaffengeneral Mario Bedoya zu Journalisten. Flugzeuge mit Soldaten an Bord wurden außerdem nach Manta, den größten Fischereihafen des südamerikanischen Landes, entsandt. Ecuador liegt zwischen Kolumbien und Peru, den beiden größten Kokainexporteuren der Welt. Die Gewalt von Banden mit Verbindungen zu mexikanischen und kolumbianischen Drogenkartellen hat in Ecuador zugenommen. Staatschef Daniel Noboa setzt sich entschlossen gegen die Drogenkriminalität ein. Sein Verteidigungsminister Gian Carlo Loffredo hat rund um die Hafenstadt Guayaquil auf unbegrenzte Zeit einen Militäreinsatz angeordnet, die Armee überprüft dort für den Drogenhandel wichtige Seehäfen. Die US-Regierung hatte im September zwei ecuadorianische Drogenbanden, Los Lobos und Los Choneros, zu ausländischen Terrororganisationen erklärt . Kritik an Mexikos Regierung Ähnlich wie im Fall Venezuelas kritisierte Trump die mexikanische Regierung mehrfach wegen einer vermeintlich zu laschen Politik gegenüber der Drogenkriminalität in dem Land. "Wir werden damit beginnen, die Kartelle an Land zu bekämpfen. Die Kartelle beherrschen Mexiko", sagte Trump in einem Interview mit dem Fox-News-Moderator Sean Hannity vergangene Woche. Seit September greift die US-Armee auch immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik an. Dabei wurden bereits mehr als hundert Menschen getötet. Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein.