Zeit 30.01.2026
16:52 Uhr

Myanmar: UN kritisiert Militärgewalt bei Wahlen in Myanmar


Während der Parlamentswahlen in Myanmar starben laut UN-Menschenrechtskommission weit mehr als hundert Menschen. Hunderte sollen zudem verhaftet worden sein.

Myanmar: UN kritisiert Militärgewalt bei Wahlen in Myanmar
Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat die Gewalt der Militärjunta gegen die Bevölkerung bei den Parlamentswahlen in Myanmar kritisiert. Während der Wahlen seien die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger verletzt worden. Der Prozess habe die Gewalt und gesellschaftliche Spaltung verschlimmert, sagte Türk. Vertrauenswürdigen Quellen zufolge hätten Luftangriffe während der Wahlperiode zwischen Dezember und Januar 170 Menschen getötet. Zudem hat das Militär Türks Angaben zufolge 324 Männer und 80 Frauen verhaftet und hohe Strafen verhängt, um die Opposition einzudämmen. Sicherheitskräfte hätten die Bevölkerung landesweit zum Wählen genötigt. UN spricht von Scheinwahlen Türk kritisiert, dass die Opposition und ethnische Minderheiten bei den Wahlen ausgeschlossen wurden. In zahlreichen Gemeinden, die nicht vom Militär kontrolliert sind, wurden die Abstimmungen abgesagt. Laut offiziellen Angaben fanden in 263 von 330 Townships Wahlen statt. In dem südostasiatischen Land hatte das Militär die Wahlen angeordnet. Die dritte und letzte Phase wurde vor wenigen Tagen mit einem hohen Sieg der militärnahen USDP in beiden Kammern abgeschlossen. Vertreter der Vereinten Nationen werten die Abstimmung als Scheinwahl. Mit ihr wolle sich die Militärjunta legitimieren. Die UN, westliche Staaten sowie die südostasiatische Staatengemeinschaft Asean erklärten daher, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen. Vor fünf Jahren hatten sich die Militärs an die Macht geputscht und die gewählte Regierung abgesetzt, seitdem wurden Wahlen mehrfach verschoben.