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25.05.2026
17:33 Uhr
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Myanmars Militärregierung ringt um die Kontrolle von Handelswegen und rohstoffreichen Gebieten. Insbesondere an den Grenzen zu China, Indien und Thailand gibt es Kämpfe.

Das Militär in Myanmar hat erneut eine Großoffensive zur Rückeroberung strategisch wichtiger Grenzregionen und Handelsrouten begonnen. Der seit März amtierende Militärchef Ye Win Oo treibe die Angriffe voran, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Rebellengruppen und Analysten. Die Offensive konzentriert sich demnach auf den Bundesstaat Kachin an der Grenze zu China, den Bundesstaat Chin an der indischen Grenze sowie einen wichtigen Handelskorridor im Bundesstaat Karen nahe Thailand. Ziel der Militärführung sei es, die Kontrolle über die wichtigsten Kommunikations- und Handelswege des Landes von ethnischen Rebellengruppen wiederzuerlangen. Ein Vertreter des Präsidialamtes lehnte eine Stellungnahme ab. Kämpfe in Grenzregionen zu China, Indien und Thailand Im nördlichen Bundesstaat Kachin konzentrieren sich die Kämpfe nach Angaben von Beobachtern auf Gebiete nahe der chinesischen Grenze. In diesen Gebieten finden sich bedeutende Vorkommen Seltener Erden, die unter anderem für Windkraftanlagen und Elektrofahrzeuge benötigt werden. Die Kachin Independence Army erklärte, sie habe Vorbereitungen zur Abwehr weiterer Angriffe getroffen. Im westlichen Bundesstaat Chin an der Grenze zu Indien meldete die Chin National Front strategische Rückzüge ihrer Kämpfer aus den Städten Falam und Tonzong. Als Grund nannte die Gruppe schwere Luftangriffe des Militärs. Im Grenzgebiet zu Thailand versucht die Armee nach Angaben von Rebellenvertretern zudem, die Kontrolle über eine wichtige Schnellstraße zurückzugewinnen. Wie die staatliche Zeitung Global New Light of Myanmar berichtete, teilte Ye Win Oo bei einem Treffen mit Soldaten mit, das Militär habe die Stadt Falam im Bundesstaat Chin sowie eine wichtige Verkehrsroute zwischen Mandalay und Myitkyina im Bundesstaat Kachin gesichert. Der Zugang für Medien in den umkämpften Regionen bleibt weiterhin eingeschränkt. Die Angaben zu den Militäroffensiven und gemeldeten Geländegewinnen konnten darum zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Menschenrechtler verurteilen zunehmende Zwangsrekrutierungen Die jüngsten Angriffe erfolgen nach einem Vorstoß von Präsident Min Aung Hlaing , der den Rebellengruppen im vergangenen Monat Friedensgespräche innerhalb von 100 Tagen angeboten hatte. Zugleich verhängte die Militärregierung Ende April über 60 der 330 Kommunalbezirke für 90 Tage das Kriegsrecht zur Bekämpfung des als »bewaffneter Terrorismus« bezeichneten Widerstands. Mehrere bewaffnete Gruppen wiesen das Angebot der Friedensgespräche zurück. Die im Grenzgebiet zu Thailand aktive Karen National Union etwa verwies zur Begründung auf fehlendes Vertrauen in das Militär. Menschenrechtler berichteten zuletzt von immer mehr Zwangsrekrutierungen für den Bürgerkrieg durch das Militär. Seit Anfang 2024 wurden nach Informationen der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) zahlreiche junge Menschen auf dem Heimweg von der Arbeit entführt oder gewaltsam aus ihren Häusern geholt und zum Militärdienst gezwungen. Anhaltender Konflikt seit Militärputsch 2021 Die Familien würden im Unklaren gelassen und jegliche Kontaktaufnahme sei ihnen untersagt. Manche würden erst durch Todesnachrichten von dem Verbleib ihrer Söhne und Töchter erfahren. Andere müssten ihre Häuser verpfänden, um die Freilassung ihrer Angehörigen zu erkaufen. Nach Aussagen von Überläufern würden zwangsrekrutierte Soldaten nach minimaler Ausbildung direkt als Kanonenfutter und menschliche Schutzschilde an die Frontlinien verlegt. Auch die Vereinten Nationen kritisierten zuletzt die Gewalt der Militärregierung infolge der Parlamentswahlen im Januar. Präsident Min Aung Hlaing war zuvor Chef der Militärregierung und hatte nach dem Militärputsch im Jahr 2021 die Macht übernommen. Mit dem Sturz der demokratisch gewählten Regierung unter Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi durch das Militär begann der seither anhaltende Konflikt in Myanmar. In der Folge kam es landesweit zu Protesten und bewaffnetem Widerstand gegen die Militärführung. Ethnische Armeen und Rebellengruppen brachten mehrere Regionen des Landes unter ihre Kontrolle und drängten das Militär dort teilweise zurück.