Zeit 14.02.2026
10:56 Uhr

Münchner Sicherheitskonferenz: Chinas Außenminister wirbt für internationale Zusammenarbeit


Auf der Münchner Sicherheitskonferenz lobt der chinesische Außenminister Wang Yi die Vereinten Nationen. Er widerspricht damit seinem Vorredner aus den USA.

Münchner Sicherheitskonferenz: Chinas Außenminister wirbt für internationale Zusammenarbeit
Bei seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat der chinesische Außenminister Wang Yi für den Erhalt internationaler Organisationen wie den UN geworben. Die Vereinten Nationen seien zwar nicht ​perfekt, aber die beste Basis für ⁠die Zusammenarbeit aller Staaten, sagte ​Wang Yi. "Wir haben nicht das ‌Recht, ⁠sie zu zerstören." Wang widersprach damit US-Außenminister Marco Rubio, der vor ihm gesprochen hatte. Rubio hatte die Vereinten Nationen deutlich kritisiert: Sie hätten sich als unfähig zur Lösung internationaler Konflikte erwiesen. So habe es im Krieg zwischen Russland und der Ukraine erst der Führung der USA bedurft, um beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen. Erst vor wenigen Wochen hatten die USA einen sogenannten Friedensrat unter dem Vorsitz von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufen. Die Institution, die ursprünglich den Frieden in Gaza überwachen sollte, wird von Kritikern als mögliche Konkurrenzorganisation zu den UN angesehen. Kritik an nationalen Alleingängen Der chinesische Außenminister rief dagegen die internationale Staatengemeinschaft auf, das System der Vereinten Nationen zu revitalisieren und zu reformieren. Ohne die USA beim Namen zu nennen, wandte er sich dabei laut offizieller Übersetzung gegen Alleingänge einzelner Staaten. "Es darf nicht passieren, dass einige Länder andere dominieren", sagte Wang demnach. "Ohne die Uno würden wir zurückkommen zu einem Recht des Stärkeren, wo die Stärkeren die Schwachen besiegen und bestimmen", sagte Wang weiter. Alle Länder – große wie kleine – müssten die gleichen Regeln beachten. "Wir sind keine Rivalen" In seiner Rede betonte der chinesische Außenminister zudem die Zusammenarbeit zwischen China und Europa. "Wir sind keine Rivalen", sagte Wang – man sei vielmehr "Partner auf dieser Reise zu einer multipolaren Welt". Hintergrund sind zunehmende Spannungen in den Beziehungen zwischen Europa und China. Beide Seiten werfen sich vor, den Markt mit Subventionen und ungerechten Handelspraktiken zu verzerren. In der EU bestehen zudem Sorgen über eine zu große Abhängigkeit von der chinesischen Volkswirtschaft. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.