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14.02.2026
20:11 Uhr
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In München sind 250.000 Menschen gegen die iranische Führung auf die Straße gegangen. Mit dabei: Schah-Sohn Reza Pahlavi, der den "Übergang" im Iran "anführen will".

In München haben nach Polizeiangaben über 250.000 Menschen gegen das Regime im Iran demonstriert. Sie machten dabei auf die Menschenrechtslage im Iran aufmerksam. Damit kamen deutlich mehr Menschen zu der Demonstration als angekündigt. Die Veranstalter hatten mit 100.000 Teilnehmern gerechnet. Die Menge verteilte sich auf der Theresienwiese und dem benachbarten Bavariaring. Es sei alles friedlich und ohne Störungen abgelaufen, sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag. Reza Pahlavi hat zu Protesten aufgerufen Der Sohn des 1979 gestürzten iranischen Schahs, Reza Pahlavi, sprach auch auf der Kundgebung. Er kündigte an, den "Übergang" im Iran anführen zu wollen und das Land in eine "säkulare, demokratische Zukunft" zu führen. Nach einem solchen Übergang könne man demokratische Wahlen abhalten. Pahlavi forderte die internationale Gemeinschaft auf, sich für die Freiheit der Iranerinnen und Iraner einzusetzen. Organisiert wurde die Demonstration mit dem Titel Menschenrechte und Freiheit im Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk vom Verein The Munich Circle. Parallel gab es Großdemonstrationen in Toronto und Los Angeles. Menschen wurden aufgerufen, weltweit gegen die iranische Führung zu demonstrieren. Im Iran hatte es um den Jahreswechsel wochenlange Massenproteste gegeben, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. Bis zu 30.000 Menschen sollen getötet worden sein. Der Zeitpunkt während der Münchner Sicherheitskonferenz sei für die Versammlung bewusst gewählt worden, teilten die Veranstalter mit. Zu der Konferenz an diesem Wochenende sind politische und sicherheitspolitische Entscheidungsträger aus aller Welt angereist. Auf der Sicherheitskonferenz hatte Pahlavi zuvor bereits US-Präsident Donald Trump aufgefordert, dem iranischen Volk zu helfen. "Es ist Zeit, die Islamische Republik zu beenden", sagte Pahlavi am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Nur eine "schnelle Intervention" werde dazu beitragen, mehr Leben zu retten und der Sicherheit in der Region zu helfen. Weiter sagte er, sein "einziges Ziel" sei es, "den Tag zu erleben, an dem das iranische Volk seine Regierung wählen kann". Es gehe ihm um einen demokratischen Prozess. "Ich strebe nicht nach einem Titel, ich will mir keine Krone auf den Kopf setzen", sagte Pahlavi. Die iranische Opposition ist gespalten, und Pahlavi steht wegen seiner Unterstützung für Israel in der Kritik. Zudem distanzierte er sich nie von der autokratischen Herrschaft seines Vaters. Unter den Rednern auf der Demonstration war auch der Publizist Michel Friedman, der der iranischen Regierung vorwarf, "den Islam, den Koran zu missbrauchen". Seit 47 Jahren würden im Iran im Namen Gottes Millionen Menschen unterdrückt. Weitere Demonstrationen in München Wie das Kreisverwaltungsreferat (KVR) in München mitteilt, sind etliche weitere Demonstrationen für das Wochenende angekündigt. Es sollen mehr als 15 weitere Versammlungen im Zusammenhang mit der Sicherheitskonferenz angemeldet worden sein. Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt als weltweit wichtigstes Expertentreffen zur Sicherheitspolitik. Nach Angaben der Konferenzleitung werden mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sowie etwa 100 Außen- und Verteidigungsminister erwartet.