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27.01.2026
17:05 Uhr
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Beim Plastikrecycling hat Deutschland 2024 Fortschritte gemacht, andere Abfallbereiche haben Defizite. Laut Umweltschützern ist Recycling nicht die beste Methode.

Deutschland hat 2024 erstmals mehr als 70 Prozent des Plastikmülls recyclen können. Das teilen die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) und das Umweltbundesamt (UBA) mit. Damit habe die Plastik-Recyclingquote, also der Anteil, der tatsächlich recycelt wurde, die Mindestvorgabe der EU übertroffen. Laut der UBA-Kreislaufwirtschaftsexpertin Bettina Rechenberg sind fünf von acht Recyclingquoten erreicht worden. "Deutlich verfehlt" wurden sie für Getränkekarton-, Glas- und Verbundverpackungen. Wie UBA und ZVSR mitteilten, sammelte und verwertete die Entsorgungswirtschaft im vorletzten Jahr bundesweit rund 5,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle. Das sei eine ähnlich große Menge wie noch 2023. Die Glas-Recyclingquote sank dabei im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 82,9 Prozent. Das gesetzliche Minimum liegt bei 90 Prozent. Das UBA begründet die Entwicklung mit einer gesunkenen Zahl von Glascontainer-Standorten. Bei Getränkekartons wurden nur 69,5 der erforderlichen 90 Prozent erreicht – und damit 1,8 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2023. Ein Problem ist laut ZVSR-Vorstand, Gunda Rachut, die deutlich geringere Verwertungskapazität für diese Art des Abfalls . Deutsche Umwelthilfe: Abfallvermeidung und Mehrweg sind besser als Recycling Dass der Recyclinganteil bei Plastikverpackung gestiegen ist, führt das UBA auf bessere Technik zurück. In Sortier- und Verwertungsanlagen kann der Müll demnach besser getrennt und aufbereitet werden als früher. Einige Verpackungen sind mittlerweile so produziert, dass sie leichter wiederverwertbar sind. Ab 2030 dürfen Hersteller nur noch Verpackungen in den Umlauf bringen, die "zu mindestens 70 Prozent stofflich verwertbar oder wiederverwertbar sind", sagte Rachut. Das UBA und die ZSVR beurteilen die Entwicklung der Kunststoff -Recyclingquote in Deutschland als positiv. Umweltschützer weisen darauf hin, dass Deutschland beim Müllaufkommen europaweit zu den Negativ-Spitzenreitern zähle. "Recycling ist gut, aber Abfallvermeidung und Mehrweg sind besser", sagt Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe. Das Abfallvermeidungsziel der EU werde weiterhin deutlich gerissen.