Zeit 18.02.2026
05:56 Uhr

Mord an Rechtsextremisten in Frankreich: Neun Festnahmen nach Tod eines Rechtsextremisten in Lyon


Unter den Verdächtigen ist laut Staatsanwaltschaft der Assistent eines linken Abgeordneten. Frankreichs Premier Lecornu fordert die Linkspartei zum "Aufräumen" auf.

Mord an Rechtsextremisten in Frankreich: Neun Festnahmen nach Tod eines Rechtsextremisten in Lyon
Nach dem gewaltsamen Tod eines Rechtsextremisten am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der französischen Linkspartei in Lyon sind neun Verdächtige festgenommen worden. Unter den Festgenommenen ist ein parlamentarischer Assistent eines Abgeordneten der linken Partei La France insoumise (LFI), wie Staatsanwalt Thierry Dran Medienberichten zufolge mitteilte. Der 23 Jahre alte Rechtsextremist hatte sich am Donnerstag vergangener Woche zum Schutz einer Gegenkundgebung von mehreren Frauen aus der rechten Szene bereitgehalten, als er und zwei Begleiter von rund 20 Maskierten angegriffen wurden. Sechs Männer verprügelten ihn. Am Samstag starb der Student schließlich an seinen schweren Kopfverletzungen. Seitdem gibt es in Frankreich – einen Monat vor Beginn der Kommunalwahlen – massive politische Spannungen. Konservative und rechte Politiker in Paris mutmaßen, dass ein linksradikaler Schlägertrupp den Rechtsextremisten am Rande der rechten Kundgebung gegen den Auftritt der LFI-Europaabgeordneten Rima Hassan erschlug, und weisen der Linkspartei eine Mitverantwortung zu . "In ihren Reihen muss aufgeräumt werden" Die Staatsanwaltschaft teilte mit, nach Vernehmung von Zeugen und der Auswertung von Videos sei es gelungen, einige Verdächtige zu identifizieren. Weitere Angaben zu den Festgenommenen machte Dran nicht. Der an der Spitze des regierenden Mitte-rechts-Bündnisses stehende Premierminister Sébastien Lecornu, ein besonders enger Vertrauter von Präsident Emmanuel Macron , schrieb auf der Plattform X: Ohne den Ausgang der Ermittlungen vorwegzunehmen oder die Unschuldsvermutung zu ignorieren, sei La France insoumise nun in der Pflicht: "In ihren Reihen muss aufgeräumt werden. Und zwar schnell." LFI-Anführer Jean-Luc Mélenchon antwortete auf X, seine Partei akzeptiere keine Belehrungen von Lecornu. "Er ist sich nicht bewusst, was er sagt."