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28.01.2026
07:43 Uhr
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Nach den tödlichen Schüssen auf Alex Pretti sprach Heimatschutzministerin Kristi Noem von Notwehr. Ein vorläufiger Untersuchungsbericht stützt diese Darstellung nicht.

Der erste offizielle Untersuchungsbericht zu den tödlichen Schüssen auf Alex Pretti in Minneapolis weckt Zweifel an der Darstellung, es habe sich um Notwehr gehandelt. In dem vorläufigen Untersuchungsbericht, den die Grenzschutzbehörde CBP per E-Mail an Mitglieder des US-Parlaments schickte, ist laut US-Medien keine Rede davon, dass Pretti nach seiner Waffe gegriffen habe. Heimatschutzministerin Kristi Noem hatte kurz nach den Schüssen am Samstag von legitimer Selbstverteidigung der Einsatzkräfte gesprochen, weil Pretti eine Waffe in der Hand gehabt und die Beamten damit in eine bedrohliche Lage gebracht habe. Videos der Szene decken sich jedoch nicht mit dieser Darstellung. Auch in dem Untersuchungsbericht – der sich unter anderem auf die Auswertung von Körperkameras der Beamten stützt – wird die Situation anders dargestellt. In dem Bericht heißt es der Nachrichtenagentur AP zufolge lediglich, Beamte hätten am vergangenen Samstag versucht, Pretti festzunehmen, doch er habe sich gewehrt, was zu einem Gerangel geführt habe. Währenddessen habe ein Grenzschutzagent mehrmals gerufen: "Er hat eine Waffe!" Dem Sender CBS News zufolge heißt es in dem Bericht, die Beamten seien bei dem Einsatz auf der Straße zunächst auf zwei Frauen mit Trillerpfeifen getroffen und hätten diese aufgefordert, aus dem Weg zu gehen. Als sie weggestoßen wurden, habe sich Pretti eingemischt, woraufhin er in Gewahrsam genommen werden sollte. Zwei Bundesbeamte gaben Schüsse auf Alex Pretti ab Dem Bericht zufolge wurden die tödlichen Schüsse auf Alex Pretti durch zwei Bundesbeamte abgegeben. Ein CBP-Beamter sowie ein Beamter der Border Patrol hätten mit Glock-Pistolen auf Pretti geschossen, heißt es in dem Bericht. Die Border Patrol ist Teil der CBP, die wiederum dem Heimatschutzministerium unterstellt ist. Auch der innenpolitische Berater von US-Präsident Donald Trump, Stephen Miller, deutete ein mögliches Fehlverhalten von Bundesbeamten in Minneapolis an. Die Regierung habe "klare Leitlinien" vorgegeben, wonach Verstärkung entsandt wurde, um "eine physische Barriere" zwischen den Beamten und den "Störern" zu errichten, sagte Miller. Derzeit überprüfe man, warum die Grenzschützer "diesem Protokoll möglicherweise nicht gefolgt sind". Unmittelbar nach den Schüssen auf Pretti hatte Miller diesen noch als "Attentäter" bezeichnet. Dafür machte er Noem verantwortlich. Er habe Pretti einen "Attentäter" genannt, nachdem die Heimatschutzministerin fälschlicherweise behauptet habe, der 37-Jährige habe eine Waffe in der Hand gehalten, sagte Miller. Trump kündigt Untersuchung an US-Präsident Donald Trump stellte sich hinter Heimatschutzministerin Noem . Trump verneinte die Frage einer Journalistin, ob die Heimatschutzministerin zurücktreten werde, und sagte, Noem habe "sehr gute Arbeit" geleistet. Er sprach von einem "bedauerlichen Vorfall" und kündigte erneut eine Untersuchung an. Der 37-jährige Alex Pretti war am Samstag bei Protesten in Minneapolis getötet worden. Der Vorfall sorgte landesweit für Empörung und brachte Trumps Regierung in Erklärungsnot, auch weil die Videoaufnahmen den offiziellen Stellungnahmen widersprachen. Wenige Wochen zuvor hatte ein Beamter der Einwanderungsbehörde ICE ebenfalls in Minneapolis die US-Bürgerin Renée Good in ihrem Auto erschossen.