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04.02.2026
16:31 Uhr
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Der US-Grenzbeauftragte Tom Homan kündigt einen Teilabzug seiner Einsatzkräfte aus Minnesota an. Lokale Behörden hätten seine Forderung nach mehr Kooperation erfüllt.

Die US-Regierung will 700 Beamte von Grenzschutz- und Einwanderungsbehörden aus dem Bundesstaat Minnesota abziehen. Das kündigte der Grenzschutzbeauftragte von Präsident Donald Trump, Tom Homan, an. Es gehe um Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde ICE und der Grenzschutzbehörde CBP. Die Regierung hatte rund 3.000 Einsatzkräfte in den Bundesstaat entsandt, um dort irreguläre Einwanderer aufzuspüren, festzunehmen und abzuschieben. Homan begründete den Abzug mit Zugeständnissen lokaler Behörden. So hätten Behörden auf kommunaler und staatlicher Ebene eine Zusammenarbeit mit Bundesorganen zugesichert und würden künftig festgenommene Einwanderer ausliefern, sagte Homan. Es sei eine "präzedenzlose" Kooperation seitens der Polizeibehörden Minnesotas. Zwei Tote US-Bürger durch Schüsse von Einsatzkräften Homan hatte bereits vergangene Woche einen Teilabzug der Einsatzkräfte in Aussicht gestellt und als Voraussetzung dafür gefordert, dass Mitarbeiter von ICE Zugriff auf inhaftierte Migranten erhalten, um sie abzuschieben. Das würde die Notwendigkeit der ICE-Einsätze auf den Straßen senken, argumentierte der Grenzschutzbeauftragte. Bei Einsätzen von ICE sind in Minnesotas Hauptstadt Minneapolis in den vergangenen Wochen zwei US-Bürger von Einsatzkräften erschossen worden. Am 7. Januar erschoss ein ICE-Mitarbeiter die Autofahrerin Renée Good , am 24. Januar töteten Mitarbeiter des Grenzschutzes den Demonstranten Alex Pretti . In beiden Fällen hatte die Regierung sich zunächst an die Seite der Schützen gestellt. Vor allem im Fall Pretti belegen jedoch mehrere Videoaufnahmen und ein Bericht der Grenzschutzbehörde CBP, dass die Angaben der Regierung zum Tathergang falsch waren, etwa in Bezug auf die Bewaffnung Prettis. Der Demonstrant hatte zwar eine Waffe getragen, diese jedoch nicht gezückt. Zudem hatten Einsatzkräfte ihm die Waffe bereits abgenommen, ehe sie ihn erschossen. US-Regierung hält an Abschiebepolitik fest Die beiden Tötungen haben zu landesweiter Empörung geführt und auch innerhalb der Republikanischen Partei Rufe nach einem Kurswechsel ausgelöst. So wurde etwa der Leiter der Einsätze in Minneapolis, Gregory Bovino, aus der Stadt abgezogen und die beiden Einsatzkräfte suspendiert, die für die Tode verantwortlich sind. Stattdessen entsandte Trump Homan in die Stadt, um Kompromisse zwischen den lokalen Polizeibehörden und den Bundesbeamten auszuhandeln. Homan distanzierte sich bei der Ankündigung des Teilabzugs nicht von der Operation seiner Behörden in der Stadt: "War es eine perfekte Operation? Nein", sagte er. Er glaube aber nicht, "dass irgendjemand absichtlich etwas nicht getan hat, was er hätte tun sollen." Die Regierung werde an ihrer Abschiebepolitik festhalten: "Präsident Trump hat fest vor, während seiner Amtszeit Massenabschiebungen durchzuführen", sagte Homan. "Die Maßnahmen zur Durchsetzung der Einwanderungsgesetze werden im ganzen Land täglich fortgesetzt."