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13.01.2026
14:34 Uhr
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Die US-Regierung spricht im Fall der von einem ICE-Beamten erschossenen Renee Good von Selbstverteidigung. Die UN verlangen eine Untersuchung des Vorfalls in Minneapolis.

Das UN-Menschenrechtsbüro verlangt eine Untersuchung der Todesumstände der von einem Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossenen Renee Good. Diese müsse rasch erfolgen und unabhängig und transparent gestaltet sein, sagte Sprecher Jeremy Laurence. Nach internationalem Recht sei die vorsätzliche Anwendung tödlicher Gewalt "nur als letztes Mittel gegen eine Person zulässig, die eine unmittelbare Gefahr für Leben darstellt". Am vergangenen Mittwoch hatte ein ICE-Beamter in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota die 37-jährige unbewaffnete Autofahrerin Renee Good in ihrem Auto mit drei Schüssen getötet . Der Vorfall löste landesweit Proteste auf, allein in Minneapolis gingen am Samstag Tausende Menschen auf die Straßen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump stellt Good seit dem Vorfall als "inländische Terroristin" dar, die von dem Beamten in einem Akt der Selbstverteidigung getötet worden sei, nachdem sie ihn "überfahren" habe. Diese Darstellung wird von örtlichen Behördenvertretern entschieden zurückgewiesen. Sie betonen unter Verweis auf Videos von dem Vorfall, dass Good ihr Fahrzeug von dem ICE-Beamten weggesteuert und keinerlei Gefahr für den Mann dargestellt habe. Minnesota klagt gegen die Regierung Ein offenbar von dem ICE-Beamten selbst veröffentlichtes Handyvideo zeigt, wie dieser sich Goods Wagen nähert und sie durch das geöffnete Seitenfenster zu ihm sagt: "Ich bin nicht sauer auf Sie" ("I'm not mad at you"). Ein anderer Beamter fordert die Frau auf auszusteigen, woraufhin sie wegfahren will und Schüsse zu hören sind. "Verdammte Schlampe" ("fucking bitch"), sagt der filmende Beamte anschließend. Am Montag hatte der US-Bundesstaat Minnesota wegen des Vorgehens der ICE-Beamten Klage gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump eingereicht . "Diese schlecht ausgebildeten, aggressiven und bewaffneten Agenten des Bundes haben Minnesota mit weitverbreitetem rechtswidrigem Verhalten terrorisiert", sagte Minnesotas Generalstaatsanwalt Keith Ellison. Das Vorgehen der Behörde bezeichnete er als Invasion. Mit den gezielten Einsätzen im von Demokraten geprägten Minnesota verstoße das Heimatschutzministerium, dem ICE unterstellt ist, gegen das im ersten Verfassungszusatz garantierte Recht auf freie Meinungsäußerung und andere verfassungsgemäße Schutzrechte, heißt es in der Klage.