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28.01.2026
15:36 Uhr
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Ein online kursierendes Video zeigt, wie ein ICE-Beamter einen Mitarbeiter des ecuadorianischen Konsulats bedroht. Die Regierung des Landes geht gegen die US-Behörde vor.

Die ecuadorianische Außenministerin Gabriela Sommerfeld Rosero hat eine förmliche Beschwerde gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE bei der US-Botschaft eingereicht. Das teilte Ecuadors Außenministerium auf der Plattform X mit. Am Dienstag hatten ICE-Beamte offenbar versucht, das ecuadorianische Konsulat in Minneapolis ohne Genehmigung zu betreten. Daraufhin war es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Konsulatsmitarbeiter und einem Bundesbeamten gekommen. Ein in den sozialen Medien verbreitetes Video des Vorfalls zeigt einen Mitarbeiter des Konsulats, der die ICE-Beamten an der Tür abweist: "Dies ist das ecuadorianische Konsulat. Sie dürfen nicht eintreten." Danach ist ein ICE-Beamter zu hören, der droht, den Mitarbeiter "zu packen", sollte ihn dieser anfassen. Schließlich verlässt er das Gebäude. Nach Angaben des Ministeriums soll mit der Beschwerde sichergestellt werden, dass ähnliche Vorfälle bei anderen Konsulaten nicht vorkommen. Konsulatsbeamte hätten den ICE-Beamten umgehend am Betreten des Gebäudes gehindert und damit den Schutz der zu dem Zeitpunkt anwesenden Ecuadorianer gewährleistet, schrieb das ecuadorianische Außenministerium auf X. Das US-amerikanische Außenministerium äußerte sich zunächst nicht zu der Beschwerde. Vorfall während ICE-Razzia Nach internationalem Recht dürfen Strafverfolgungsbehörden grundsätzlich keine ausländischen Konsulate oder Botschaften ohne Genehmigung betreten. Als Hoheitsgebiete eines Landes sind sie durch diplomatische Immunität vor unbefugtem Betreten durch Beamte anderer Regierungen geschützt. Der Vorfall ereignete sich offenbar während einer der ICE-Razzien, deren Ziel Massenabschiebungen sind. US-Präsident Donald Trump hatte vor einigen Wochen rund 3.000 schwer bewaffnete Beamte von ICE und der US-Grenzpolizei in den US-Bundesstaat Minnesota beordert. Im Rahmen dieser Aktion unter dem Titel Operation Metro Surge haben Bundesbeamte in Minneapolis innerhalb weniger Wochen zwei Zivilisten erschossen . In der Folge kam es zu großen Protesten.