Zeit 22.01.2026
09:37 Uhr

Mindestlohn: Steigender Mindestlohn betrifft bis zu 4,8 Millionen Arbeitsplätze


Millionen von Angestellten in Deutschland erhalten seit Jahresbeginn mehr Lohn. Bis zu sechs Prozent zählt der Aufschlag durch den steigenden gesetzlichen Mindestlohn.

Mindestlohn: Steigender Mindestlohn betrifft bis zu 4,8 Millionen Arbeitsplätze
Die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland betrifft bis zu 4,8 Millionen Jobs. Vor der Steigerung zum Jahresbeginn lag jedes achte Beschäftigungsverhältnis (rund zwölf Prozent) unterhalb des nun geltenden Mindestlohns von 13,90 Euro pro Stunde, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Beschäftigten auf den entsprechenden Arbeitsplätzen erhalten bis zu sechs Prozent mehr Lohn oder in Summe für alle Jobs 275 Millionen Euro. Bei der Schätzung nahmen die Statistiker an, dass alle Betroffenen mindestens den zuletzt gültigen Mindestlohn von 12,82 Euro erhalten ⁠hatten. Die Statistiker machten dabei Unterschiede aus zwischen Geschlechtern. In rund 14 Prozent der Jobs, die Frauen ausüben, erhöhte sich demnach der Verdienst pro Stunde. Bei Männern war dies bei elf Prozent der Fall. "Da Frauen häufiger als Männer in gering bezahlten Jobs arbeiten, profitierten sie nach der Schätzung überdurchschnittlich häufig von der Mindestlohnerhöhung", teilte das Bundesamt mit. Starker Anstieg in einigen Branchen und Regionen Differenzen ergaben sich zudem zwischen Branchen. Arbeitsplätze im Gastgewerbe sind mit 47 Prozent verhältnismäßig stark vom steigenden Mindestlohn betroffen, außerdem die " Land- und Forstwirtschaft, Fischerei" mit 37 Prozent und die " Kunst , Unterhaltung und Erholung" mit 33 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse. Am geringsten ändert sich der Verdienst im öffentlichen Dienst , etwa in Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung. Hier stiegen die Löhne lediglich um gut ein Prozent. Dabei lag der Anteil der betroffenen Beschäftigungsverhältnisse im Osten Deutschlands mit rund 14 Prozent höher als im Westen mit rund zwölf Prozent. Am höchsten liegt der Anteil demnach in Sachsen, wo 15 Prozent aller Jobs von der Anhebung betroffen sind. In Bayern liegt er laut Bundesamt am niedrigsten, da sind es nur zehn Prozent. Für seine Berechnungen legten die Statistiker alle Beschäftigungsverhältnisse zur Grundlage, die im April 2025 rechnerisch unterhalb des nun geltenden Mindestlohns gelegen hatten. In einer ersten Schätzung im Juli vergangenen Jahres hatten sie die Anzahl der von der Mindestlohnerhöhung betroffenen Jobs noch auf 6,6 Millionen beziffert. Dass die Zahl niedriger liege, sei unter anderem darauf zurückzuführen, "dass in der Zwischenzeit Lohnerhöhungen stattgefunden haben", teilte die Behörde mit. Mindestlohn steigt 2027 weiter Die Anhebung, die das Arbeitsministerium verordnet hat, beruht auf einer Empfehlung der Mindestlohnkommission vom Juni 2025. Anfang kommenden Jahres wird der Mindestlohn demnach weiter auf 14,60 Euro steigen. Davon werden nach Schätzungen des Amtes maximal sieben Millionen Jobs betroffen sein. Für die ergebe sich dann eine weitere Steigerung der Verdienstsumme um rund vier Prozent oder rund 315 Millionen Euro. Zum 1. Januar 2027 ​soll der Mindestlohn erneut steigen – auf dann 14,60 Euro pro Stunde. Auf Basis der Verdiensterhebung ⁠vom April 2025 werden geschätzt maximal sieben Millionen Jobs von der vorgesehenen Erhöhung ‍betroffen sein, hieß es. Dies entspreche rund 18 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse.