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09.12.2025
12:59 Uhr
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Spionage und Sabotage seien derzeit "so präsent wie nie", heißt es im Jahresbericht des MAD. Militärisch relevante Informationen stünden besonders im Fokus.

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) sieht die Gefahr durch Spionage- und Sabotagefälle deutlich gestiegen. Spionage und Sabotage seien "so präsent wie nie", schreibt die Behörde in ihrem Jahresbericht . Ausländische Geheimdienste nutzten alle Mittel, um Informationen zu erlangen, Einfluss auszuüben und Desinformation zu verbreiten, warnt der MAD, der mit dem Verfassungsschutz und dem Bundesnachrichtendienst (BND) zu den drei deutschen Nachrichtendiensten gehört. MAD warnt vor Agenten mit Tötungsauftrag "Auch vor Tötungsmaßnahmen oder Entführungen scheuen einige ausländische Nachrichtendienste nicht zurück", warnt die Behörde. Dabei sind mutmaßlich vor allem russische Geheimdienste gemeint: Zu seinem eigenen, zuletzt erweiterten Aufgabenspektrum zählt der MAD dabei "die Identifizierung und Abwehr von Spezialkräften der russischen Nachrichtendienste auch für letale Operationen". Der MAD warnt zudem davor, dass die Spionagebemühungen möglicher Gegner die Vorstufe zu härteren Schritten darstellen könnten: "Spionage muss auch heute wieder als Vorbereitungshandlung auf mögliche militärische Auseinandersetzungen gesehen werden", wird MAD-Präsidentin Martina Rosenberg in dem Bericht zitiert. So hätten sich sogenannte hybride Maßnahmen zu einem dauerhaft präsenten Phänomen entwickelt, warnt der MAD. Vor allem von Russland und China gingen nachrichtendienstliche Angriffe gegen die Bundeswehr aus. Russische Geheimdienste stünden dabei "unter Erfolgsdruck" und hätten erhebliches Interesse an Informationen, die in einem militärischen Konflikt einen taktischen Vorteil darstellen würden. MAD sieht Bundeswehr besonders gefährdet Darunter fallen demnach beispielsweise Daten zu Wirkweisen von Waffensystemen, ebenso wie Zahl und Stationierungsort bestimmter Systeme oder Informationen, die deren Ortung auf dem Gefechtsfeld erleichtern. Die Bundeswehr sei unter den am stärksten gefährdeten Institutionen in Deutschland , wenn es um Sabotage und Spionage gehe. Eine explizite Warnung sprach der MAD aber auch in Richtung von Angehörigen des Verteidigungsministeriums aus – auch aus dem zivilen Bereich. Sie unterlägen einer erhöhten Bedrohung, wenn sie Verbindungen nach Russland oder Belarus hätten oder Reisen dorthin unternähmen. "Eigene Ermittlungen bestätigen, dass Bundeswehrangehörige durch solche Reisen in den Fokus der Nachrichtendienste Russlands und Belarus' geraten und gezielt befragt und unter Druck gesetzt werden", heißt es in dem Bericht. Der MAD ist deutlich kleiner als der Verfassungsschutz und der BND. Zu seinen Aufgaben gehören der Schutz der Streitkräfte, die Abwehr von Extremisten und Sicherheitsüberprüfungen von Soldaten und Zivilbeschäftigten. Die Behörde untersteht dem Verteidigungsministerium.