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16.02.2026
12:53 Uhr
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Die Kontrollen an den deutschen Außengrenzen sollen bis zum Herbst verlängert werden. Das hat Bundesinnenminister Dobrindt der Europäischen Kommission mitgeteilt.

Die Kontrollen an allen deutschen Grenzen sollen bis mindestens September fortgesetzt werden. Das teilte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach Angaben seines Ministeriums der EU-Kommission mit. Eigentlich wären die Kontrollen am 15. März ausgelaufen. "Diese Grenzkontrollen sind aus den bisherigen migrations- und sicherheitspolitischen Gründen weiterhin notwendig", sagte ein Sprecher. Dobrindt sagte nach Angaben seines Ministeriums: "Die Grenzkontrollen sind ein Element unserer Neuordnung der Migrationspolitik in Deutschland." Da systematische Kontrollen im Schengen-Raum grundsätzlich nicht vorgesehen sind, muss die Bundesregierung der Europäischen Kommission in Brüssel den Schritt melden und begründen. Der CSU-Politiker hatte die Kontrollen an allen deutschen Grenzübergängen kurz nach seiner Amtsübernahme im Mai des vergangenen Jahres eingeführt und mehr Zurückweisungen angekündigt. Die Entscheidung sorgte damals bei den betroffenen Nachbarländern zum Teil für Verärgerung. Zurückweisungen von Asylsuchenden sind zudem juristisch umstritten . Ausgenommen sind laut Dobrindt sogenannte vulnerable Gruppen wie Kinder und Schwangere. An der Grenze zu Österreich gibt es stationäre Kontrollen schon seit 2015. Im Oktober 2023 ordnete die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) solche Kontrollen auch für die Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz an. Seit September 2024 kontrolliert die Bundespolizei auch an den Grenzen zu Dänemark, Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. Rückläufige Zahl der Asylanträge Im Dezember hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach der Einigung der EU-Staaten auf eine strengere Regelung der gemeinsamen Asylpolitik noch erklärt, er erwarte ein Ende der Kontrollen an den Binnengrenzen. Er selbst habe "die Grenzkontrollen immer als etwas von begrenzter Dauer und Wirkung empfunden", hatte Merz damals gesagt. Die Zahl der Asylanträge in Deutschland war in den vergangenen beiden Jahren rückläufig . 2025 wurden l aut dem Bundesinnenministerium 168.543 Anträge registriert, während es 2024 noch 250.945 waren. Das entspricht einem Rückgang von knapp einem Drittel (32,8 Prozent). Zudem reisten in den beiden zurückliegenden Jahren nach Angaben der Bundespolizei deutlich weniger Menschen unerlaubt nach Deutschland ein.