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15.01.2026
11:59 Uhr
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Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Grenzübertritte in die EU um mehr als ein Viertel gesunken. Die EU-Grenzschutzbehörde nennt das eine "bemerkenswerte Entwicklung".

Die Zahl der registrierten irregulären Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel zurückgegangen. Das geht aus Zahlen hervor, die die EU-Grenzschutzbehörde Frontex mit Sitz in Warschau vorgelegt hat. Den Zahlen ist zu entnehmen , dass es insgesamt rund 178.000 Versuche gab, in die EU einzureisen. Das sind den Angaben zufolge weniger als halb so viele wie 2023 und der niedrigste Stand seit 2021. "Der Trend geht in die richtige Richtung, aber die Risiken verschwinden nicht", teilte Frontex-Exekutivdirektor Hans Leijtens mit. Denn die Situation an den Außengrenzen der EU bleibt weiterhin ungewiss. Der Migrationsdruck könne sich rasch verändern – beeinflusst durch Konflikte, politische Instabilität und Schleusernetzwerke. Trotzdem bewertet die Grenzschutzbehörde den Rückgang in ihrem Bericht als "bemerkenswerte Entwicklung". Auch EU-Migrationskommissar Magnus Brunner bewertet die Zahlen positiv. Er bezeichnete den deutlichen Rückgang als "Ergebnis stärkerer Außengrenzen und wirksamer internationaler Partnerschaften". Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Migrationsdiplomatie der EU funktioniere. Gleichzeitig bedeuteten die Zahlen, dass weniger Menschen geschleust würden, weniger Menschen Missbrauch erleiden müssten und weniger Leben in Gefahr gerieten. Übertritte über östliche Mittelmeerroute sanken um 27 Prozent Die meistgenutzte Migrationsroute in die EU bleibt den Frontex-Angaben zufolge die zentrale Mittelmeerroute, auf die 2025 knapp ein Drittel aller irregulären Grenzübertritte entfiel. Häufig sei auf dieser Route der Weg von Libyen nach Italien gewählt worden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe es hier kaum eine Veränderung gegeben: 66.328 Versuche im Jahr 2025 – ein Prozent weniger als im Vorjahr. Auf der östlichen Mittelmeerroute seien die Zahlen insgesamt um 27 Prozent auf 51.399 zurückgegangen. Dagegen verzeichnete Frontex einen starken Anstieg auf insbesondere einem Teilabschnitt: Die Überfahrten von Ostlibyen auf die griechische Insel Kreta haben sich laut den Angaben mehr als verdreifacht. Dies zeige, wie schnell sich der Migrationsdruck und bevorzugte Routen wandeln könnten, heißt es in dem Bericht der Grenzschutzbehörde. Zusammenarbeit mit den Staaten auf Westbalkanroute führt zu Rückgang Die stärksten Rückgänge gab es Frontex zufolge auf der Westafrika-Route . Dort sanken die Zahlen um 63 Prozent auf 17.280 Grenzübertritte, vor allem aufgrund deutlich geringerer Abfahrten aus Mauretanien, Marokko und Senegal. Auch auf der Westbalkanroute gingen die Übertritte deutlich zurück – um 42 Prozent. Frontex führt dies auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen und die enge Zusammenarbeit mit den Staaten der Region zurück. Auf der westlichen Mittelmeerroute hingegen stiegen die Zahlen um 14 Prozent auf 19.403 Ankünfte, was laut Frontex vor allem mit höheren Abfahrten aus Algerien zusammenhing. Einen leichten Rückgang habe es dagegen bei den irregulären Ausreisen nach Großbritannien gegeben. Die Zahl der Versuche, über den Ärmelkanal zu kommen, sank demnach um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Menschen, die Frontex bei den irregulären Grenzübertritten registrierte, haben die bangladeschische, ägyptische oder afghanische Staatsangehörigkeit.