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26.01.2026
21:12 Uhr
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Die Internationale Organisation für Migration hat Informationen über mehrere mutmaßliche Bootsunglücke im Mittelmeer. Hunderte Menschen könnten betroffen sein.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) könnten bei mehreren Bootsunglücken im Mittelmeer seit Jahresbeginn zahlreiche Geflüchtete gestorben sein. Vorläufigen Informationen aus Berichten zufolge werden laut der IOM, die zu den Vereinten Nationen gehört, Hunderte Migranten und Flüchtlinge auf See vermisst oder sind vermutlich ums Leben gekommen. Das Sturmtief Harry hatte im Mittelmeerraum für starken Seegang gesorgt. Such- und Rettungsarbeiten würden durch das schlechte Wetter erschwert, teilte die IOM mit. Schlepper würden die Geflüchtetenboote auch bei Stürmen losschicken und damit das Leben der Menschen an Bord wissentlich aufs Spiel setzen . Laut IOM sind allein am vergangenen Freitag und Sonntag drei Schiffsunfälle von mutmaßlich aus Tunesien und Libyen gestarteten Booten gemeldet worden, bei denen über hundert Menschen um Leben gekommen sein könnten. Auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa seien bereits drei Todesfälle bestätigt worden, unter den Opfern seien zwei einjährige Zwillingsschwestern. Immer wieder zahlreiche Tote auf gefährlicher Route Überlebende hätten berichtet, dass ein weiteres Boot, das mit ihnen aus der tunesischen Stadt Sfax aus gestartet sei, nie angekommen sei. Eigenen Angaben zufolge untersucht die IOM außerdem Berichte über neun weitere Boote, die Tunesien zwischen dem 14. und 21. Januar mit insgesamt 380 Passagieren verlassen hätten. Die Route über das zentrale Mittelmeer gilt als eine der gefährlichsten Wege für Geflüchtete und Migranten, die von Afrika kommend Europa erreichen wollen. Menschen zahlen Schleusergruppen hohe Beträge für eine Fahrt in einem der kaum seetauglichen und überfüllten Boote. Häufige Ursache für die Schiffsunglücke ist das Kentern der Boote. Allein in 2025 starben auf der Route über das Mittelmeer laut der IOM mindestens 1.340 Flüchtlinge. Zwischen 2014 und 2025 kamen der Organisation zufolge mehr als 33.000 Migranten im Mittelmeer ums Leben oder wurden als vermisst gemeldet.