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12.12.2025
16:31 Uhr
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Nur wenige Meter von der Grenzbarriere entfernt hat Polens Grenzschutz den Ausgang eines Tunnels entdeckt, der nach Belarus führt. Mehrere Personen wurden festgenommen.

In Polen hat der Grenzschutz einen Tunnel entdeckt, durch den Menschen aus Belarus in die EU gelangen konnten. Mehr als 130 ausländische Staatsbürger seien im Zuge der Entdeckung des Tunnels festgenommen worden, teilte die Behörde mit. Nach weiteren Personen werde noch gesucht. Nach Behördenangaben wurden auch zwei mutmaßliche Schleuser verhaftet. Bei ihnen handle es sich um einen 69-jährigen Mann aus Polen und einen 49-jährigen Staatsbürger Litauens. Die festgenommenen Migranten seien großteils Staatsbürger Afghanistans und Pakistans. Daneben wurden Menschen aus Indien, Bangladesch und Nepal festgenommen. Der Geheimtunnel sei mehrere Meter lang und etwa 1,5 Meter hoch, teilte der polnische Grenzschutz mit. Der versteckte Eingang habe sich auf belarussischer Seite in einem Wald befunden, der Ausgang auf polnischer Seite nur rund zehn Meter von der Grenzbarriere entfernt. Die Grenzschützer fanden den Tunnel demnach mithilfe elektronischer Geräte. Nach ihren Erkenntnissen sind mindestens 180 Menschen durch den Geheimgang nach Polen gelangt. Bereits drei Tunnel entdeckt In diesem Jahr wurden nach Angaben der Grenzschützer bereits drei andere Tunnel unter der Grenze zwischen Belarus und Polen entdeckt. Das EU-Land Polen beschuldigt das Nachbarland Belarus immer wieder, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Generell ist die irreguläre Einwanderung in die EU gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel zurückgegangen. Von Januar bis Ende November registrierten Behörden 166.900 unerlaubte Einreisen, 25 Prozent weniger als in den ersten elf Monaten 2024, wie die EU-Grenzschutz-Agentur Frontex mitteilte. Während die Migration über das Mittelmeer nach Italien und Malta fast unverändert blieb, gab es starke Rückgänge auf den Kanaren vor Westafrika, auf der Balkanroute und im östlichen Mittelmeer. Einreise über Ostgrenze zurückgegangen Hoch bleibt Frontex zufolge jedoch die Zahl der Toten. Die EU-Agentur verwies auf Angaben der Vereinten Nationen, nach denen seit Jahresbeginn mehr als 1.700 Menschen bei der illegalen Überfahrt über das Mittelmeer starben oder verschollen. Auf der zentralen Mittelmeerroute entdeckten Grenzschützer bis November 63.200 Migranten, nur etwas weniger als im Vorjahr. Der zweitgrößte Zuwanderungsweg in die EU führte über das östliche Mittelmeer. Dort versuchten fast 42.200 Personen eine Einreise, 29 Prozent weniger als von Januar bis November 2024. Die Migration auf der Westafrika-Route ging um 60 Prozent zurück. Hingegen stiegen die Zahlen auf der Überfahrtroute im westlichen Mittelmeer Richtung Spanien um 15 Prozent auf knapp 18.000, meist aus Algerien, Somalia und Marokko. Auf der Westbalkan-Route wurden 11.900 illegale Übertritte bemerkt, 43 Prozent weniger als von Januar bis November 2024 und überwiegend von Menschen aus der Türkei, Syrien und Afghanistan. 10.500 Einreiseversuche gab es an der Ostgrenze der EU, mehrheitlich von Ukrainern und Somaliern. Der Rückgang betrug hier 37 Prozent.