Zeit 23.11.2025
05:52 Uhr

Migration: Fast ein Fünftel mehr Abschiebungen als im Vorjahr


Bis Oktober wurden bereits 19.538 Menschen in ihre Heimatländer abgeschoben, 18 Prozent mehr als 2024. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will diesen Kurs fortsetzen.

Migration: Fast ein Fünftel mehr Abschiebungen als im Vorjahr
Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland ist in den ersten zehn Monaten 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent gestiegen. Von Januar bis Oktober wurden 19.538 Menschen in ihre Heimatländer abgeschoben, schreibt die Bild am Sonntag und beruft sich auf Zahlen des Bundesinnenministeriums. Pro Tag seien das durchschnittlich 65 Menschen. 2024 waren im gleichen Zeitraum 16.563 Geflüchtete aus Deutschland zurück in ihre Heimatländer geschickt worden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) plant, diesen Kurs fortzuführen: "Es geht um Kontrolle, Kurs und klare Kante in der Migrationspolitik, das gilt auch für Rückführungen", sagte er der Zeitung. "Wir gehen diesen Kurs konsequent weiter und bereiten Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan vor." Bis einschließlich September dieses Jahres waren einem früheren Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung zufolge bereits 17.651 Abschiebungen aus Deutschland gemeldet worden. Die meisten Menschen wurden dem Bericht zufolge in die Türkei und nach Georgien abgeschoben. Bei jedem fünften Abgeschobenen handelte es sich bis September um ein Kind oder einen Jugendlichen. Markus Söder lobt "deutliche" Erhöhung CSU-Chef Markus Söder hatte am Tag zuvor mehr Tempo bei A bschiebungen von Migranten ohne Aufenthaltsrecht gefordert. Das Ziel sei, im kommenden Jahr "eine Abschiebeoffensive" zu organisieren, sagte Söder am Samstag nach einer zweitägigen Klausurtagung des Parteivorstands in München . Der Bundesinnenminister und sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann ( CSU ) arbeiteten daran, die Zahl der Rückführungen "deutlich" zu erhöhen, auch jene nach Syrien und Afghanistan. Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt , die Zahl der Abschiebungen deutlich zu steigern. Dazu planen sie auch Gesetzesänderungen. So möchte die Koalition den Pflichtanwalt im Rahmen der Abschiebehaft wieder abschaffen. Die Bundespolizei soll mehr Kompetenzen erhalten. Gefährder und Täter schwerer Straftaten sollen in einen dauerhaften Ausreisearrest genommen werden können, dafür sollen die Kapazitäten für Abschiebehaft deutlich erhöht werden.