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23.02.2026
12:45 Uhr
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Anhänger des getöteten Drogenbosses "El Mencho" protestieren gewaltvoll gegen den Militäreinsatz. Die mexikanische Regierung ruft zur Ruhe auf und verspricht Aufklärung.

Angesichts der gewaltvollen Ausschreitungen nach dem Tod eines bekannten Drogenkartellbosses hat Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. "Wir müssen informiert bleiben und Ruhe bewahren", schrieb sie auf X . Das Sicherheitskabinett informiere auf seinen digitalen Plattformen fortlaufend über weitere Entwicklungen. Ansonsten verlaufe das Leben in weiten Teilen des Landes normal. "Mein Dank gilt der mexikanischen Armee, der Nationalgarde, den Streitkräften und dem Sicherheitskabinett", schrieb Sheinbaum. Bei einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme war der mächtige Anführer eines mexikanischen Drogenkartells Nemesio Oseguera Cervantes alias "El Mencho" zu Tode gekommen . Das hatte eine landesweite Welle der Gewalt ausgelöst. In mehreren mexikanischen Bundesstaaten steckten Anhänger des Drogenbosses Autos, Banken, Tankstellen oder Läden in Brand und blockierten zahlreiche Straßen . Auch beliebte Ferienorte an der Pazifikküste sind betroffen. Auswirkungen auf Reiseverkehr Die Ausschreitungen hatten zudem unmittelbare Auswirkungen auf den internationalen Reiseverkehr. Die Fluggesellschaften Air Canada, United Airlines, Aeromexico und American Airlines setzten Flüge in die Region aus. Im Urlaubsort Puerto Vallarta berichteten Touristen in sozialen Medien von "Kriegszuständen" und Rauchwolken über der Bucht. Zivile Opfer wurden bislang nicht gemeldet. Die Lufthansa behielt die täglichen Flüge von Frankfurt und München nach Mexiko-Stadt bei. Doch auch die deutsche Bundesregierung warnte vor Gewalt. In verschiedenen Teilen Mexikos komme es zu Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen, schrieb das Auswärtige Amt in Berlin und riet von Reisen in einige Regionen ab. Wer sich an einem sicheren Ort wie in einem Hotel aufhalte, solle bis auf Weiteres dort bleiben und auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten verzichten, schrieb das Amt. Einsatz gegen Drogenkriminalität Der Militäreinsatz fand in der Stadt Tapalpa im Bundesstaat Jalisco statt. Der Leichnam des Getöteten wurde inzwischen unter starken Sicherheitsvorkehrungen nach Mexiko-Stadt überführt. "El Mencho" war Gründer und Anführer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG), das die US-Regierung als ausländische Terrororganisation einstufte. Die USA halfen bei dem Zugriff auf einen der meistgesuchten Kriminellen. Eine Sprecherin der Regierung von US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass die Vereinigten Staaten geheimdienstliche Unterstützung geliefert hätten. Die USA dankten dem mexikanischen Militär für den "erfolgreichen Einsatz". Sheinbaum kündigte an, die Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die Kartelle zu verstärken. Zugleich pochte sie auf die Souveränität Mexikos und warnte vor einseitigen militärischen Aktionen. Trump hatte Venezuela vorgeworfen, die Kartelle würden dort regieren – und dann Präsident Nicolás Maduro entführt, um ihn vor Gericht zu stellen . Die Nachbarstaaten fürchten nun ähnliche Aktionen.