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22.02.2026
23:33 Uhr
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"El Mencho" galt als Mexikos mächtigster Drogenboss. Nach einem Einsatz zu seiner Festnahme erlag er seinen Verletzungen. Sein Kartell reagierte mit Ausschreitungen.

Mexikos mächtigster Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes, genannt "El Mencho", ist tot. Nach einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme erlag er seinen Verletzungen, als er auf dem Luftweg nach Mexiko-Stadt geflogen wurde, wie das mexikanische Verteidigungsministerium mitteilte. Die US-Behörden hätten im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit mit Informationen beigetragen. Der Einsatz löste eine gewalttätige Reaktion des von "El Mencho" angeführten Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) aus. Der Ex-Polizist hatte seit 2011 das von ihm gegründete Kartell CJNG angeführt. Bei der Operation einer Sondereinheit der Streitkräfte in der Gemeinde Tapalpa im westlichen Bundesstaat Jalisco kamen den offiziellen Angaben zufolge neben Oseguera sechs weitere Bandenmitglieder ums Leben, zwei weitere wurden festgenommen. Drei Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Informationen aus den USA Aus den USA reagierte der stellvertretende US-Außenminister Christopher Landau auf die Nachricht der Tötung: Einer der "blutigsten und rücksichtslosesten Drogenbosse" sei getötet worden, schrieb er auf der Plattform X. "Das ist eine großartige Entwicklung für Mexiko, die USA, Lateinamerika und die ganze Welt. Die Guten sind stärker als die Bösen". Die mexikanische Botschaft in Washington teilte mit, dass die Vereinigten Staaten Informationen für die Militäroperation bereitgestellt hätten. "Zusätzlich zu den zentralen militärischen Geheimdienstaktivitäten wurden ergänzende Informationen von den US-Behörden im Rahmen der bilateralen Koordination und Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten bereitgestellt", schrieb die Botschaft in einem Beitrag auf X. Als Reaktion auf den Militäreinsatz sperrten Bandenmitglieder in mehreren Bundesstaaten, darunter in Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, Straßen mit brennenden Autos, Lastwagen und Bussen. Auch wurden Feuer in Apotheken und kleinen Einzelhandelsgeschäften gelegt. Vorliebe für Hahnenkämpfe Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Auch die US-Botschaft in Mexiko gab eine Sicherheitswarnung für US-Bürger aus. Aufgrund laufender Sicherheitsoperationen und Straßensperren sollten US-Bürger an den betroffenen Orten bis auf Weiteres in ihren Unterkünften bleiben, hieß es. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum rief auf X zur Ruhe auf. Sie teilte mit, dass im Großteil von Mexiko Normalität herrsche. Sie stehe mit den Gouverneuren der Bundesstaaten in Kontakt. "El Mencho" wurde am 17. Juli 1966 in Aguililla geboren, einer armen Gemeinde im westlichen Bundesstaat Michoacán. In der mexikanischen Unterwelt wurde er wegen seiner Vorliebe für Hahnenkämpfe der "Herr der Hähne" genannt. Sein weiterer Spitzname, "El Mencho", soll eine Ableitung seines Vornamens Nemesio sein. Das 2009 gegründete Kartell gilt als besonders gewalttätig und ist eines der mexikanischen Drogenkartelle, die US-Präsident Donald Trump als terroristische Organisation eingestuft hat. Neben dem Handel mit Fentanyl ist es demnach auch in Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie Waffenhandel verwickelt. Die Tötung von "El Mencho" ist der bedeutendste Schlag gegen die mexikanischen Drogenkartelle seit der Festnahme der Drogenbosse Joaquín "El Chapo" Guzman und Ismael "El Mayo" Zambada, die in den USA in Haft sitzen. Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (rund 12,7 Mio. Euro) auf "El Mencho" ausgesetzt.