Zeit 05.03.2026
10:12 Uhr

Messerangriff am Holocaust-Mahnmal: Angreifer nach Messerattacke am Holocaust-Mahnmal verurteilt


Wegen eines Messerangriffs auf einen Touristen am Holocaust-Mahnmal muss der Täter für 13 Jahre ins Gefängnis. Das Gericht geht von einer antisemitischen Gewalttat aus.

Messerangriff am Holocaust-Mahnmal: Angreifer nach Messerattacke am Holocaust-Mahnmal verurteilt
Der Mann, der vor gut einem Jahr einen spanischen Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin mit einem Messer attackiert hat, ist zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt worden. Das Berliner Kammergericht sprach den syrischen Staatsbürger unter anderem des versuchten Mordes und der versuchten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig. Die Bundesanwaltschaft hatte die Tat als radikalislamistisch und antisemitisch bewertet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann den Touristen im Februar 2025 mit einem Messer schwer am Hals verletzt habe. Laut Anklage packte der Verurteilte den 30-jährigen Spanier inmitten des Stelenfelds von hinten und fügte ihm eine 14 Zentimeter lange klaffende Wunde am Hals zu. Der Mann war dort damals gemeinsam mit zwei Freunden unterwegs, um das Mahnmal zu besuchen. Das Opfer wurde sofort notärztlich versorgt, im Krankenhaus notoperiert und lag im künstlichen Koma. In dem nun beendeten Prozess trat der Spanier als Nebenkläger auf. Kontakt zum IS Laut Anklage der Bundesanwaltschaft hatte der zur Tatzeit 19-Jährige vor der Attacke über Messengerdienste Kontakt zu Angehörigen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aufgenommen und sich als Mitglied angedient. Für die Tat reiste er eigens von seinem Wohnort Leipzig in die Hauptstadt. Die Bundesanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe beantragt . Wie von der Anklage gefordert, wandte das Gericht das allgemeine Strafrecht an. Der Verurteilte ist mittlerweile 20 Jahre alt. Der Verteidiger des Mannes hatte hingegen auf eine Jugendstrafe von sieben Jahren plädiert.