Zeit 21.02.2026
13:29 Uhr

Messengerdienst: Russischer Geheimdienst stuft Telegram als Sicherheitsrisiko ein


Für viele Russen gehört die Kommunikation über Telegram zum Alltag, der Inlandsgeheimdienst FSB stuft ihn als Gefahr ein. Viele fürchten nun eine Abschaltung der App.

Messengerdienst: Russischer Geheimdienst stuft Telegram als Sicherheitsrisiko ein
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB bewertet den in Russland weitverbreiteten Messengerdienst Telegram als Sicherheitsrisiko. Es gebe "zuverlässige Informationen darüber, dass die Streitkräfte und Geheimdienste der Ukraine in der Lage sind, innerhalb kürzester Zeit Informationen aus dem Messengerdienst Telegram abzurufen und für militärische Zwecke zu nutzen", teilte der FSB mit. Durch die Nutzung des Messengers an der Front habe das russische Militär wiederholt das Leben von Soldaten gefährdet. Zuletzt hatte die russische Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor Telegram gedrosselt . Der neue Vorstoß des FSB schürt in Russland weiter Befürchtungen, wonach das beliebte soziale Netzwerk in dem Land bald abgeschaltet werden könnte. Roskomnadsor wirft dem Messengerdienst vor, sich nicht an russische Gesetze zu halten und verbotene Inhalte nicht zu löschen. Gemeindienst stellt Forderungen an Telegram Die von dem gebürtigen Russen Pawel Durow gegründete App wird in Russland, ähnlich wie in der Ukraine, in vielen Lebensbereichen genutzt. Auch in der offiziellen Kommunikation von Behörden sowie von Soldaten an der Front in der Ukraine findet sie häufig Verwendung. Durow war 2024 in Frankreich festgenommen worden und durfte das Land zeitweise nicht verlassen. Ihm wurde vorgeworfen, kriminelle Aktivitäten über die App zuzulassen. Der Tech-Milliardär kritisierte immer wieder Einschränkungen der Meinungsfreiheit im digitalen Raum, verwies dabei allerdings meist auf westliche Regierungen. Es gibt Berichte, denen zufolge er mit russischen Geheimdiensten kooperiert haben soll . Dennoch geht der Gemeindienst seit Monaten gegen den Messenger vor. Zuletzt sei gefordert worden, Server mit den Daten russischer Nutzer nur im Inland zu betreiben. Das Digitalministerium hatte auch behauptet, dass ausländische Geheimdienste über Telegram Daten erhielten, um diese beim Abwehrkampf gegen die russische Armee zu nutzen. Telegram wies die Anschuldigungen mehrfach zurück. Neue Plattform Max Unterdessen fördert Russland den nationalen Messengerdienst Max, der Telegram, WhatsApp und andere Netzwerke ersetzen soll. Die App steht als Überwachungsinstrument in der Kritik, durch das Menschen nicht nur kontrolliert, sondern auch mit zensierten Inhalten und mit Propaganda gefüttert werden. Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, sagte, dass die russische Führung Telegram für die Verbreitung von Nachrichten benutze. Allerdings schwenken immer mehr Behörden auf Max um, möglicherweise auch für den Fall, dass Telegram gesperrt wird.