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26.11.2025
17:15 Uhr
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Im Mai war ein Autofahrer bei der Meisterfeier des FC Liverpool in die Menge gefahren, 134 Menschen wurden verletzt. Vor Gericht räumte er alle Vorwürfe ein.

Der Mann, der im Mai bei der Meisterfeier des englischen FC Liverpool mit seinem Auto in eine Menschenmenge gerast war, hat sich vor Gericht schuldig bekannt. Der 54-jährige Brite, der die Vorwürfe bislang zurückgewiesen hatte, räumte am zweiten Prozesstag vor dem britischen Strafgerichtshof alle 31 Anklagepunkte ein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vorsätzliche schwere Körperverletzung, Landfriedensbruch und gefährliche Fahrweise vor. Der 54-Jährige hatte sein Auto am 26. Mai in die feiernde Menschenmenge gesteuert . 134 Menschen wurden verletzt, unter ihnen mehrere Kinder. Der Fahrer wurde noch am Tatort festgenommen. Ein terroristisches Motiv hatte die Polizei bereits zu Beginn der Ermittlungen ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft stuft den Fall als extremen Fall von aggressivem Verhalten im Straßenverkehr ein. Die Spieler des FC Liverpool waren nach ihrem 20. Titelgewinn in der englischen Premier League auf einem offenen Bus durch die Stadt gefahren und hatten sich von Hunderttausenden Fans feiern lassen. Zahlreiche Straßen im Stadtzentrum waren wegen der Parade gesperrt. Der Angeklagte nutzte den Einsatz eines Krankenwagens, um hinter ihm her durch die Absperrungen zu fahren. Angeklagtem droht Freiheitsstrafe "von einiger Dauer" Staatsanwältin Sarah Hammond zufolge zeigen Aufnahmen einer auf dem Armaturenbrett angebrachten Kamera, dass der Angeklagte "sich zunehmend über die Menschenmassen aufregte". Statt zu warten, bis die Straße frei wird, sei er absichtlich auf die Menge zugefahren und habe sich "seinen Weg erzwungen", sagte sie. Es handle sich nicht um eine aus dem Augenblick entstandene Fehlhandlung. "Er hat an dem Tag eine absichtliche Entscheidung getroffen und eine Feier in Chaos verwandelt", sagte Hammond. Die Urteilsverkündung ist für den 15. Dezember angesetzt und soll sich über zwei Tage erstrecken. Richter Andrew Menary sagte an den Angeklagten gerichtet, er müsse sich auf eine Freiheitsstrafe "von einiger Dauer" gefasst machen. Als Höchststrafe droht ihm lebenslange Haft.