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03.02.2026
16:45 Uhr
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Der Sohn der norwegischen Prinzessin Mette-Marit steht vor Gericht, die Anklage umfasst 38 Punkte. Den Vorwurf einer Vergewaltigung wies Høiby zu Prozessbeginn zurück.

Marius Borg Høiby, der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, hat zum Auftakt des Prozesses gegen ihn Vorwürfe der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs bestritten. Laut seiner Verteidigerin hatte er nach eigener Einschätzung mit allen Frauen einvernehmlichen Sex. Der 29-Jährige ist in insgesamt 38 Punkten angeklagt. Neben Vergewaltigung und Missbrauch werden ihm mehrfach häusliche Gewalt, Sachbeschädigung, Bedrohung sowie Drogen- und Verkehrsdelikte vorgeworfen. Erst am Wochenende war Høiby wegen des Verdachts der Körperverletzung, der Drohung mit einem Messer und dem Verstoß gegen ein Besuchsverbot festgenommen worden . Nach Polizeiangaben muss der Angeklagte wegen Wiederholungsgefahr vier Wochen in Untersuchungshaft verbringen. Mehrere Verstöße im Straßenverkehr, ein Drogenvergehen sowie einen Verstoß gegen ein Kontaktverbot räumte er zu Prozessbeginn direkt ein. Zudem erklärte er sich "zum Teil" der Drohungen und schweren Körperverletzungen für schuldig. "Ich sitze hier und zittere" Am Nachmittag sagte das mutmaßlich erste Opfer aus. "Das ist das Letzte, das ich mir wünsche", sagte die Frau der norwegischen Nachrichtenagentur NTB zufolge über ihren Auftritt vor Gericht. Es sei unangenehm und ungerecht, in den Fall hineingezogen zu werden, sagte sie demnach weiter. "Ich sitze hier und zittere." Auf einem Video soll zu sehen sein, wie der Angeklagte die Frau im Geschlechtsbereich berührt. "Aufgrund dessen, wie sie in diesem Video wirkt – und ihrer Aussage – geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass sie zum Zeitpunkt des Vorfalls schlief", sagte Staatsanwalt Sturla Henriksbø zum Auftakt des Prozesses. Auch andere der Sexualstraftaten soll er begangen haben, während die mutmaßlichen Opfer wegen Schlafes oder Rausches nicht imstande waren, sich zu wehren. Høiby soll auch sie währenddessen gefilmt haben. Das bestritt er am ersten Verhandlungstag. Den Ermittlern liegen jedoch nach eigenen Angaben mehrere Videos und Fotos vor, welche die Vorwürfe untermauern. Høiby räumte 2024 Drogenprobleme ein Insgesamt drohen Høiby laut Staatsanwaltschaft im Fall einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. "Es gibt eine Gleichheit vor dem Gesetz", sagte Staatsanwalt Sturla Henriksbø dem Gericht. Der Angeklagte sei zwar Teil der Königsfamilie, er müsse jedoch "trotzdem genauso behandelt werden wie jede andere Person, der die gleichen Vergehen zur Last gelegt werden." Høiby hat sich öffentlich bislang nur einmal zu den Vorwürfen geäußert, nachdem er im August 2024 wegen des Vorwurfs festgenommen worden war , in der Wohnung seiner damaligen Freundin randaliert und die Frau misshandelt zu haben. Damals räumte er ein, unter dem Einfluss von Kokain und Alkohol gehandelt zu haben und Drogenprobleme zu haben. Kronprinzessin soll in Kontakt zu Epstein gestanden haben Der Prozess gegen Høiby ist bis zum 19. März angesetzt. Das Urteil wird erst einige Wochen später erwartet. Høiby ist das älteste der drei Kinder von Mette-Marit und der Stiefsohn von Kronprinz Haakon. Im Gegensatz zu seinen beiden Halbgeschwistern ist Høiby kein offizielles Mitglied des Königshauses und trägt keinen Prinzentitel. Das Königshaus steht derzeit in einem weiteren Fall unter Druck: Høibys Mutter Mette-Marit soll zeitweise engen E-Mail-Kontakt mit dem 2019 in US-Haft gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aus den USA gehabt haben. Berichten norwegischer Medien zufolge kommt ihr Name mindestens 1.000-mal in jüngst veröffentlichten Ermittlungsakten zu dem Fall vor. Mette-Marit räumte "peinliche" Fehler ein und gab an, sie habe Epstein falsch eingeschätzt und bedauere den Kontakt zu ihm.