Zeit 04.12.2025
14:57 Uhr

Luftverteidigung: Bundeswehr verlegt Eurofighter nach Polen


Im Oktober hatte Deutschland angekündigt, als Reaktion auf russische Drohnenflüge Kampfjets nach Polen zu verlegen. Nun sind mehrere Eurofighter dorthin aufgebrochen.

Luftverteidigung: Bundeswehr verlegt Eurofighter nach Polen
Die Luftwaffe hat zum verstärkten Schutz des Luftraums an der Nato-Ostgrenze Kampfflugzeuge nach Polen verlegt. Vom Fliegerhorst Nörvenich in Nordrhein-Westfalen aus starteten mehrere Eurofighter mit Kurs auf den polnischen Militärflugplatz Malbork, teilte die Luftwaffe mit. Die Stationierung der Kampfjets hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bereits Mitte Oktober angekündigt. Es handelt sich um eine Reaktion auf Luftraumverletzungen durch russische Drohnen in Polen sowie Kampfjets der russischen Luftwaffe in Estland. Mission zunächst bis März befristet "Mit dieser Mission leisten unsere Soldatinnen und Soldaten einen weiteren wertvollen Beitrag zum Schutz des östlichen Bündnisgebiets", sagte Luftwaffen-Inspekteur Generalleutnant Holger Neumann. "Wir setzen hiermit ein weiteres starkes Zeichen der Unterstützung unseres Nachbarlandes Polen und der Nato in Gänze." Die Stationierung der Kampfjets, mit denen die Bundeswehr eine Truppe von etwa 150 Soldatinnen und Soldaten entsendet, ist bis März vorgesehen. Seit August ist bereits in Rumänien eine sogenannte Alarmrotte der Luftwaffe stationiert. Der polnische Flugplatz Malbork, auf dem die deutschen Eurofighter stationiert werden, liegt etwa 60 Kilometer südöstlich von Danzig und 80 Kilometer von der Grenze Polens zur russischen Exklave Kaliningrad entfernt. Am 9. September waren etwa 20 russische Langstreckendrohnen in den Luftraum Polens eingedrungen. Hatte es seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine immer wieder vereinzelte Vorfälle von mutmaßlich verirrten Drohnen gegeben, war bei diesem Vorfall die Zahl der Drohnen, die den Nato-Luftraum verletzt hatten, beispiellos. Erstmals hatten Nato-Kampfjets die aus Russland stammenden Drohnen dabei abgeschossen. Am 19. September drangen drei russische Kampfjets in den Luftraum Estlands ein , wo sie von italienischen F-35-Jets abgefangen und zurück in internationalen Luftraum eskortiert worden sind. Etwa ein Dutzend europäische Kampfjets für Nato-Mission freigegeben Ergebnis der Besprechungen war der Beginn der sogenannten Operation Eastern Sentry ("Östliche Wache"), in deren Rahmen mehrere Nato-Länder den Schutz des Luftraums an der Ostgrenze des Bündnisses stärken . Neben vier deutschen Eurofightern, die dafür vorgesehen sind, haben Italien, Großbritannien, Frankreich und Spanien etwa zehn Kampfjets und Flugabwehrsysteme dafür zugesagt. Die Mission ergänzt das sogenannte Air Policing der Nato im baltischen Luftraum, an dem sich Deutschland bereits seit Jahren beteiligt. Die baltischen Nato-Länder Estland, Lettland und Litauen haben keine eigenen Kampfjets und sind bei der Überwachung und Sicherung ihres Luftraums daher auf die Unterstützung ihrer Verbündeten angewiesen.