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12.02.2026
12:27 Uhr
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Wegen eines Streiks der Piloten und Flugbegleiter musste die Lufthansa Hunderte Flüge streichen. Gewerkschafter sind zufrieden und schließen weitere Streiks nicht aus.

Der Streik der Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa ist nach Angaben der Gewerkschaft Ufo erfolgreich angelaufen. "Der Streik läuft, wie wir es erwartet haben", sagte Harry Jaeger von der Gewerkschaft am Frankfurter Flughafen. Hunderte Flüge der Airline konnten wegen des Streiks weder starten noch landen, einzelne Flüge gingen an Ziele in Europa und Übersee. An den Umbuchungsschaltern der Lufthansa in Frankfurt bildeten sich längere Schlangen. Nach Angaben der Lufthansa selbst mussten insgesamt fast 800 Flüge der Lufthansa gestrichen werden. Etwa 100.000 Passagiere seien dadurch betroffen. Die Fluggesellschaft geht davon aus, am Freitag wieder in den normalen Betrieb übergehen zu können. "Was wir brauchen, ist ein neues Angebot" Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit geht nach ersten Rückmeldungen von einer hohen Arbeitskampfbereitschaft ihrer Mitglieder aus. "Wir sehen in Frankfurt eine sehr gute Beteiligung", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro am Flughafen. Er sagte weiterhin: "Was wir brauchen, ist ein neues Angebot. Die Lufthansa hat sich nicht gemeldet." Der Gewerkschafter schloss weitere Streiks für höhere Betriebsrenten nicht aus. "Als Gewerkschaft haben wir nicht viele Mittel außer dem Arbeitskampf. Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter", sagte Pinheiro. "Wir brauchen den konstruktiven Dialog, nicht die Eskalation – nur so erzielen wir tragfähige Lösungen", kritisierte Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann. Ein Streik helfe den Zukunftsperspektiven der Beschäftigten nicht und treffe vor allem die Fluggäste. "Alle Gewerkschaften tragen auch Mitverantwortung für die Zukunft unseres Unternehmens." Ziel sei eine Einigung für die Beschäftigten und die Zukunftsfähigkeit insbesondere der Lufthansa Classic. "Wir sind jederzeit dazu bereit und wollen die Gespräche mit Ufo und VC fortsetzen." Viele Ausfälle in Frankfurt Nach Angaben des Flughafenbetreibers wurden allein in Frankfurt 450 von 1.117 geplanten Flügen abgesagt. Die Zahlen beziehen sich zwar auf sämtliche Airlines, der überwiegende Großteil der Ausfälle ist aber der Lufthansa zuzurechnen. In München wurden von 920 geplanten Flügen 275 gestrichen. In Frankfurt, Deutschlands größtem Drehkreuz, war es insbesondere im Terminalbereich A deutlich leerer als sonst. Dieser Abschnitt wird ausschließlich von Lufthansa genutzt. In anderen Bereichen herrschte reger Verkehr, da die übrigen Airlines nicht bestreikt werden.