Zeit 30.11.2025
12:31 Uhr

Luftfahrt : Softwareproblem bei Airbus ist weitgehend behoben


Ein Flugchaos ist weitgehend ausgeblieben: Wegen eines Softwareproblems mussten Tausende A320 in die Werkstatt. Inzwischen ist ein Großteil der 6.000 Maschinen überholt.

Luftfahrt : Softwareproblem bei Airbus ist weitgehend behoben
Das Softwareproblem bei Airbus ist weitgehend behoben. Bei mehr als 5.000 der rund 6.000 betroffenen Flugzeuge sei das Update mittlerweile durchgeführt worden, sagte der französische Verkehrsminister Philippe Tabarot. Nur etwa 100 A320-Maschinen müssten aufgrund des notwendigen Updates längerfristig am Boden bleiben. Nach Angaben des französischen Wirtschaftsministers Roland Lescure konnten die meisten Maschinen remote und damit "sehr schnell" aktualisiert werden. Airbus hatte am Freitag alle Fluggesellschaften mit Flugzeugen der A320-Familie aufgerufen, diese bis zu einem Softwareupdate am Boden zu lassen. Aufgrund des Fehlers mussten Flüge mit den betroffenen Modellen vorerst eingestellt werden, wie Airbus bekannt gab. Schneider lobt das "schnelle Handeln aller Beteiligten" Die Lufthansa-Unternehmensgruppe ging bereits am Samstag davon aus, dass es zu keinen größeren Störungen im Flugbetrieb kommen würde. Nach Angaben des Unternehmens konnte ein Großteil der Softwareupdates in der Nacht durchgeführt werden. Später teilte die Lufthansa mit, dass "bei allen betroffenen Flugzeugen der A320-Flotte Softwareanpassungen vorgenommen" und im Laufe des Samstags "erfolgreich abgeschlossen" worden seien. Es sei zu "keinen operativen Auswirkungen im Flugbetrieb" gekommen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) lobte das "schnelle Handeln aller Beteiligten". Dies zeige, "dass die Sicherheitssysteme in der Luftfahrt funktionieren", sagte er der Bild -Zeitung. Laut der Deutschen Flugsicherung läuft der Flugbetrieb derzeit weitestgehend normal. In den USA und Japan kam es zu Störungen im Flugbetrieb In den USA hingegen führte das Softwareupdate zu größeren Flugausfällen . Die US-Fluggesellschaft jetBlue strich nach eigenen Angaben zahlreiche für Sonntag geplante Flüge. Zuvor hatte US-Verkehrsminister Sean Duffy Reisenden noch versichert, dass keine größeren Störungen zu erwarten seien. Währenddessen teilte American Airlines der Nachrichtenagentur AFP mit, dass "die große Mehrheit" ihrer rund 340 betroffenen A320-Maschinen bereits überholt worden sei und die notwendigen Updates nur zu "ein paar Verspätungen" geführt hätten. Die kolumbianische Fluggesellschaft Avianca rechnete hingegen mit "deutlichen Beeinträchtigungen in den kommenden zehn Tagen" und setzte den Ticketverkauf bis zum 8. Dezember aus, da etwa 70 Prozent ihrer Flotte überholt werden müssten. Auf den Philippinen mussten Philippine Airlines und Cebu Pacific mehr als 40 Flüge streichen. In Japan strich ANA Holdings am Samstag 95 Flüge, von denen 13.500 Reisende betroffen waren. Auch Air France strich am Freitag 35 Flüge wegen des Softwarefehlers. Softwareproblem durch intensive Sonnenstrahlung ausgelöst Das Softwareproblem war durch einen Vorfall am 30. Oktober bei einem jetBlue-Flug von Cancún nach Newark nahe New York aufgefallen. Über dem Golf von Mexiko war der A320 ohne Zutun der Piloten plötzlich in die Tiefe gestürzt. Eine Untersuchung des Vorfalls ergab laut Airbus, dass durch intensive Sonnenstrahlung für das Steuern der Maschine wesentliche Daten verloren gehen könnten. Experten gehen davon aus, dass das nötige Softwareupdate bei den meisten Maschinen nur "ein paar Stunden" dauert. Nur bei etwa 1.000 A320-Flugzeugen sei ein vollständiger Softwareaustausch notwendig, der mehrere Wochen in Anspruch nehme. Bei dem Problem müssen die Fluggesellschaften auf eine frühere Softwareversion eines Computers zurückgreifen, der den Anstellwinkel der Flugzeuge berechnet. In einigen Fällen muss auch die Hardware selbst ausgetauscht werden, was zwei bis drei Stunden pro Flugzeug dauert. Von dem Rückruf sind mehr als 6.000 Flugzeuge betroffen, was über der Hälfte der weltweiten A320-Flotte entspricht. Diese hat kürzlich die Boeing 737 als meistverkauftes Modell der Branche abgelöst.