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08.12.2025
13:17 Uhr
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Im Pariser Louvre sind durch einen Wasserschaden Hunderte Bücher beschädigt worden. Gewerkschaften fordern bessere Arbeitsbedingungen in dem weltberühmten Museum.

Nach dem jüngsten Wasserschaden im Louvre in Paris , bei dem Hunderte Druckwerke zu Schaden gekommen sind, haben mehrere Gewerkschaften zu einem Streik aufgerufen. Wie die Arbeitnehmerorganisationen in einem Aufruf mitteilten, wollen sie damit gegen die verschlechterten Arbeitsbedingungen und die unzureichenden Mittel in dem weltberühmten Museum protestieren. Der unbefristete Streik des Museumspersonals soll demnach am 15. Dezember beginnen. Erst am vergangenen Wochenende hat das Museum bekannt gegeben, dass bereits Ende November ein Wasserschaden entdeckt worden war. Dieser sei entstanden, als ein Ventil im hydraulischen Heiz- und Belüftungssystem der Ägyptologie-Bibliothek versehentlich geöffnet wurde. Louvre soll umfangreich umgebaut werden Wie der stellvertretende Verwaltungschef Francis Steinbock mitteilte, war der schlechte Zustand des Heiz- und Belüftungssystems bereits bekannt. Durch den Wasserschaden wurden demnach 300 bis 400 Dokumente aus der Bibliothek der Ägyptologie beschädigt. Dabei handle es sich vor allem um historische Fachzeitschriften und wissenschaftliche Dokumente aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert, "nicht um Werke des kulturellen Erbes Frankreichs", sagte Steinbock. "Wir trocknen sie Seite für Seite", sagte Steinbock dem Sender BFM. In den betroffenen Räumen seien zudem Luftentfeuchter aufgestellt worden. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die betroffenen Werke bald wieder in die Regale eingeräumt werden können. Eine interne Untersuchung sei eingeleitet. Mehrfach hatte es in den vergangenen Jahren bereits Wasserschäden im Louvre gegeben – teils mussten Ausstellungsräume geschlossen und Sonderausstellungen verlagert werden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Anfang des Jahres ein Umbauprogramm angekündigt, bei dem das Museum unter anderem einen neuen monumentalen Eingang und einen eigenen Ausstellungsraum für die Mona Lisa bekommen soll. Gewerkschaft sieht unzureichenden Schutz Zuvor war der Zustand des Museums aufgrund diverser Sicherheitsmängel in die Kritik geraten, inzwischen ist er zu einem Politikum geworden. Auslöser war ein Diebstahl Mitte Oktober, bei dem sich mehrere Diebe am helllichten Tag durch einen Lastenaufzug Zugang zum Museum verschafften und mehrere Teile der französischen Kronjuwelen stahlen. Vier mutmaßliche Louvre-Diebe befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft, doch die gestohlenen Kronjuwelen im Wert von 800.000 Euro sind weiterhin verschwunden. Der jüngste Wasserschaden hat die Debatte um die Sicherheit in dem berühmten Museum neu befeuert. Die Gewerkschaft CFDT-Culture, die die Beschäftigten des Louvre zu einer Generalversammlung geladen hatte, teilte mit, dass der Schutz der Sammlungen sowie die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Besucher nicht ausreichend gewährleistet seien. Sie forderte, dass Kulturministerin Rachida Dati eingreife. Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) rief zum besseren Schutz des französischen Kulturerbes auf. "Der Louvre ist erneut in Gefahr", schrieb der RN im Onlinedienst X. "Die Warnsignale mehren sich, aber die Museumsleitung bleibt stumm." Auf X waren auch mehrere mithilfe künstlicher Intelligenz erstellte, dramatische Bilder eines Wasserschadens im Louvre zu sehen.